Ein wenig Regen und ein paar schlammige Pfützen konnten dem Spektakel nicht schaden: Auf stolze 23 000 schätzte Maurus Strobel von den Veranstaltern die Besucherzahl (erwartet hatte er 20 000). So wurde es einem ob des Betriebs fast «sturm» - nur schon vom Hinschauen in der Rythalle, wenn Radprofi und Sechstagespezialist Franco Marvulli auf dem Mini Drome, einer extrem verkleinerten Radbahn, seine rasanten Runden gegen den noch etwas schnelleren Herausforderer Patrick Seabase drehte.

Zum Mega-Anlass herangewachsen

Ein Bike-Rennen jagte das andere und der Schanzengraben verwandelte sich nach kurzen, aber heftigen Regenfällen immer mehr in eine grandiose Fango-Packung, was das Gaudi der Zuschauer nur noch erhöhte. Die Dirtjumper drehten dazu mit ihren spektakulären Sprüngen die Welt auf den Kopf, und auch die Trial-Fahrer wollten bei ihrer Show hoch hinaus.

Mit einer Medaille beschenkt

Die Bike Days tun aber auch etwas für den Nachwuchs: Beim Zazoo-Rennen glänzten die Augen der zwei- bis fünfjährigen Kinder, wenn sie am Ende des Rundkurses wie Spitzensportler behandelt und mit einer Medaille beschenkt wurden. Die Kleinen waren fasziniert von den Zweirädern und machten Druck auf Mami und Papi - und wieder wurde es den Eltern fast «sturm», nur schon vom Hinschauen: Ein LikaBike ohne Bremsen war mit 269 Franken, eines mit Bremsen gar mit 329 Franken angeschrieben ...

Die neuen Trends sind klar zu erkennen: Bei den Mountainbikes forcieren die Aussteller die sogenannten 29ers mit den 29 Zoll grossen Rädern. «Die grösseren Räder geben dem Bike mehr Stabilität», erklärt Fabian Leuenberger von BMC den Unterschied zu den herkömmlichen Mountainbikes.

«Unser E-Bike soll ein jüngeres Publikum ansprechen»

Ungebrochen ist auch der Aufschwung der E-Bikes. Immer beliebter werden dabei die speziellen Modelle, wie die trendigen «Moustache» mit ihren schön geschwungenen Lenkern. «Unser E-Bike soll ein jüngeres Publikum ansprechen», erklärt Maurice Cupin am Moustache-Stand das etwas andere Design.

Ein Blickfang war der «Klassiker», den BioniX präsentierte. «Wir sprechen die Stadtmenschen an, die ein stilvolles Velo möchten, dem man es nicht sofort ansieht», erklärte Rocco Mariani vom Bionix-Stand. Marktleader Flyer hat sogar zwei Trends in einem Velo vereint: Ein 29er-Mountainbike mit Elektroantrieb. «Dieses Bike zeigt, dass ein Flyer auch etwas für sportliche Leute sein kann», erklärt Viktoria Arnold von «Flyer». «Der Trend geht zum urbanen, trendigen Fortbewegungsmittel.»

Ungezählte Sandwiches

Wie gross die Bike Days mittlerweile geworden sind, zeigt der Aufwand, den die Crew der Solothurner Jugendherberge bei der Verpflegung der Leute betreibt, die an den Ständen arbeiten: 1420 Mahlzeiten und dazu noch ein grosses Salatbüffet essen die Helfer in der Rythalle weg - und dazu noch ungezählte Sandwiches.

Nächste Bike Days wieder im Mai

Und wie sind die Aussteller mit ihrem Erfolg beim Publikum zufrieden? «Die Bike Days sind für uns der wichtigste Outdoor-Event», zieht Fabian Leuenberger vom BMC-Stand stellvertretend für alle eine positive Bilanz. «Die Resonanz war einfach toll.» Und dann hatte sogar die moderne Kunst ihren Platz an den Bike Days: Scott brachte den französischen Strassenkünstler Grems, eine Berühmtheit in der Szene, nach Solothurn, und seine Graffitis wurden unter den Besuchern verlost. Die nächsten Bike Days werden vom 3. bis 5. Mai 2013 durchgeführt.