Solothurn

Es wott es Fraueli z’ Märet goh, z’ Märet goh ...

Er lockt Fans weit weg von Solothurn an und sorgt durch sein spezielles Ambiente jeweils für ein veritables «Gstungg» in der Altstadt: der Historische Märet.

Alphornklänge, die von weit her zu hören sind, mit Früchten und Gemüse prall gefüllte Weidenkörbe statt grüne Plastikkistchen, Getreidesäcke von anno dazumal, selbst gemachte Konfitüren, Bauernwürste, Dinkelbrot und geflochtene Zwiebeln, mit Spitzen und Rüschen verzierte Unterwäsche an einer langen Leine am Stand der Wildkräuterfrau, ein junges Trachtenmädchen, das zwischen Strohballen seiner Handharmonika heimatliche Klänge entlockt, und ein Jodlerchörli, das vor der Jesuitenkirche zahlreiche Märetbesucher anlockt – auf dem Märet scheint an diesem Samstag die Zeit stillzustehen, und das Meer von Sonnenblumen vor dem Kino Palace leuchtet noch intensiver als sonst.

Auch das Gedränge in der Haupt- und Gurzelngasse, in dem man da und dort edle Damen in historischer Kleidung und Trachtenfrauen entdeckt, ist an diesem wolkenverhangenen Morgen noch etwas grösser als sonst.

Erleben, wie es früher war

«Ich mag Traditionen, und es freut mich, wenn sie gepflegt werden», sagt die Nennigkoferin Brigitta Knörr, die mit zwei Freundinnen in der Solothurner Werktagstracht durchs Bieltor kommt. Ob jemand die junge, Lebensfreude ausstrahlende Bäuerin wiedererkennt, die in der Fernsehsendung «Landfrauenküche» die Herzen eroberte? «Es wäre schön, wenn es öfters im Jahr einen historischen Märet geben würde», sagt ein älterer Solothurner in Nostalgie schwelgend und nippt in einer der proppenvollen Märetplatz-Beizen an seiner Kaffeetasse.

«Das Schöne ist, dass es heute nicht nur etwas zu kaufen gibt, sondern dass man auch erleben kann, wie es früher war.» Dafür gesorgt haben wiederum zahlreiche Märetfahrer und Märetfahrerinnen, die mit viel Kreativität ihre Stände wie zu Gotthelfs Zeiten hergerichtet haben, und all jene, die altes Handwerk wieder greifbar machten oder mit Geschichten die damalige Zeit aufleben liessen.

Meistgesehen

Artboard 1