Altes Zeughaus

Es werden wieder mehr Plaketten getauscht – auch dank Trouvaillen aus Internet-Recherchen

Was macht den Erfolg der Solothurner Fasnachtsplaketten Börse aus? Ein Augenschein vor Ort an der 37. Ausgabe der schweizweit einzigartigen Spezialbörse mit «etlichen Raritäten». Die 2019-Plakette wurde erstmals verkauft.

Sie ist die einzig verbliebene Schweizer Spezialbörse ihrer Art: die Solothurner Fasnachtsplakettenbörse. Der grosse Besucherandrang an der 37. Ausgabe im Museum Altes Zeughaus belegte das rege Interesse an diesem Sammelgut. Überall war zu hören, dass wieder mehr Plaketten verkauft oder getauscht wurden als in den Vorjahren.

Die Gründe sind vielfältig. Einerseits wurden Sammlungen aufgelöst, anderseits förderten Internet-Recherchen Trouvaillen hervor. So fand der Therwiler Daniel Binggeli sein Schnäppchen – die vielgesuchte 1952-er für 130 Franken, allerdings ohne Nadel. «Ich habe sie im Internet ersteigert, sie war abgedeckt, fast nicht zu sehen unter verschiedenen anderen Plaketten kreuz und quer aus der ganzen Schweiz», erklärt der Baselbieter. Binggeli wollte an seiner ersten Solothurner Teilnahme lediglich den Wert dieses edlen Stückes abklären: «Mir wurde gesagt, dass sie zwischen 500 und 1000 Franken gehandelt werden kann». Der Therwiler behält sie in seiner Sammlung.

Ein Leberberger, der sich als nicht aktiver Sammler bezeichnet, kam unter anderen mit einer blauen 1938-Kartonplakette. «Ich habe sie von einem Kollegen vor etwa 15 Jahren erhalten, der mir sie nach dem Tod seines Vaters gab», erzählt er. Den Besitzer wechselt dieses gesuchte Stück für 600 Franken.

Ein älteres Ehepaar tauchte mit einer 37-teiligen Sammlung von Silber- und Blechplaketten seit 1973 auf – schön gerahmt und hinter Glas. Ihnen wurde geraten, diese nicht einzeln zu verkaufen, aber vielleicht einem Jungsammler für einen symbolischen Sackgeldbetrag abzugeben. So kam der siebenjährige Andrin aus Bellach zu seinem Startset. «Beide sind happy», kommentiert die Vermittlerin.

«Etliche Raritäten»

«Meine Sammlung lag im Keller und ich war seit rund 20 Jahren nicht mehr an der Börse», beschreibt ein ehemaliges Mitglied der Fasnachtszunft Hauptgass-Leist seine Verkaufsabsichten. Er hat die Sammlung von seinem Vater übernommen und 50 Jahre weiter geführt. «Es sind etliche Raritäten darunter, wobei die Silbernen und von den wenigen Goldenen bis 1966 fast alle weggingen», freut er sich. «Es ist viel besser gegangen als erwartet», so dieser Verkäufer. Börsengründer Walter Bohnenblust attestierte ihm zudem, «dass die Preise sehr im Rahmen waren».

2019-Plakette erstmals verkauft

Erst in Jahren wird sich der Wert der aktuellen «Öppe so»-Plakette herausstellen. Der Gestalter der diesjährigen Plakette ist. Yannick Steiner. Der 23-Jährige ist Mitglied der Fasnachtszunft Hauptgass-Leist und brachte am Samstagmarkt auf dem Märetplatz sein Werk selbst erstmals an Mann und Frau. Mit dem links und unten umgebenden Doppelmeter auf der Plakette nimmt er Bezug auf seinen Beruf als Hochbauzeichner. «Erst vor ein paar Tagen ist mir aufgefallen, dass die Wolken als Einfassung oben und rechts auch auf den ältesten Solothurner, den Nebel, hinweisen könnten», erklärt Steiner.

Zufrieden zeigte sich Organisator und UNO-Plakettennarr Toni Armbrust zwischen den rhythmischen Schlagfolgen eines Sextettes des Tambourenvereins Solothurn: «Ich hoffe, dass ihr erfolgreich irgendetwas gekauft oder getauscht habt. Oder dass zumindest der Apéro erfolgreich war.»

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