Im grossen Ganzen «war es ein schönes Fest», zieht OK-Chef Thomas Schnetz eine durchweg positive Bilanz zum «langen Wochenende» in der Solothurner Altstadt. 200 Stände, Beizli und Bars lockten zum Verweilen und für jeden Geschmack hatte es etwas dabei. «Während des Spiels Schweiz gegen Serbien gab es jedoch wenig Leute in der Stadt, die Brunnenbar am Klosterplatz war praktisch leer. Nur wer den Match übertrug, hatte auch Gäste. Doch viele verfolgten ihn in den grossen Public Viewings.»

Immerhin seien dann doch etliche Fans in die Stadt geströmt, um das Märetfescht zu besuchen, auch wenn sich der Aufmarsch klar nicht mit anderen Jahren vergleichen liess. «Dazu waren viele unangenehm überrascht, wie kühl es geworden war», fasst Thomas Schnetz die Ausgabe 2018 als «eines der kältesten Märetfeschte» überhaupt zusammen.

Ein anderer Aspekt war die Sicherheitslage: Das OK hatte sich für allfällige Fan-Ausschreitungen gleich nach dem Match gewappnet. «Ein Vorteil war, dass unsere beim Fest eingesetzte VIP-Security auch am Dornacherplatz beim ‹Beach Style› im Einsatz war.» Dort brauchte es den Sicherheitsdienst auch eher als dann in der Stadt, war es doch zu einem Zwischenfall mit serbischen Fans gekommen. In und hinter der proppenvollen Reithalle war fast nur Schweizer Anhang präsent – und der hatte ja allen Grund zum Feiern.

Am Samstag ging man festen

Peter Fedeli, Kommandant der Stadtpolizei, spricht von einem ruhigen Festverlauf, einzig nach dem Freitagsmatch «gab es rund um die Stadt und bis Zuchwil «für 90 Minuten ein Verkehrschaos». Ein an sich vorprogrammiertes Chaos, nämlich das ganz normale Märetfescht-Gedränge, setzte es dann am Samstagabend ab. Er war ein «Mü» wärmer als am Freitag und die Fussball-Konkurrenz mit dem Deutschlandspiel doch viel überschaubarer als noch am Vorabend.

«Schon der Nachmittag mit dem Kinderkonzert von Christian Schenker war ein Hit», freut sich Thomas Schnetz, wie die kleinen die bekannten Hits des Kinder-Barden mitsangen. Und auch Abend herrschte am Märetplatz mindestens eine so gute Stimmung wie am Freitag, als der Auftritt der Schweizer Nati über die Bühnen-Leinwand flimmerte. 24 Stunden später sorgten dort dann die Disco Kings mit ihren Evergreens für begeisterte Fans.

Märet contra Fescht

Erstmals hatte das Märetfescht-OK die ganze Gurzelngasse während des Wochenmarkts am Samstag bis 13 Uhr zu räumen. «Das stösst bei uns nach wie vor nicht auf Begeisterung», so der OK-Chef, doch habe geklappt. Die Aussteller an der Gurzelngasse, welche die Züglete für einen Vormittag in Kauf nehmen, erhalten übrigens bei der Standmiete einen Rabatt.

Sicherlich zufrieden seien die Trödler zwischen Kronenplatz und Baseltor gewesen, glaubt Schnetz – dank des kühlen Wettes seien die Leute gerade am Samstag wesentlich früher in die Stadt gekommen als sonst. «Und in Sachen Märet werden wir wieder mit der Stadtpolizei und IG Märet zusammensitzen, um die Situation analysieren.»

Besiegt wurde last but not least auch der «Märetfescht-Fluch» der Schweizer Nati. Wobei – nicht ganz: Noch kreist ein Doppeladler über der Stadt ...