Strassen-Streiterei

Es soll doch beim «Dreckbelag» bleiben: Kein Asphalt für die Solothurner Kreuzenstrasse

Der Zankapfel: Die Kreuzenstrasse gibt zu Streitigkeiten Anlass.

Der Zankapfel: Die Kreuzenstrasse gibt zu Streitigkeiten Anlass.

Wird sie nun asphaltiert oder doch nicht? Seit zehn Jahren gibt es ein Hin und Her um die Frage, ob die Kreuzenstrasse im Steingrubenquartier einen Deckbelag erhält oder nicht. Denn die Mergeldecke der Strasse sorgt immer wieder für Probleme.

Das Ärgernis ist alt und begann im Jahr 2009: Die Kreuzenstrasse im Steingrubenquartier sollte endlich asphaltiert werden. Jedenfalls sah es das damals genehmigte Budget 2010 so vor. Der Kredit dafür lag bei 150 000 Franken, nach der Erarbeitung des Projekts wären es noch gut solothurnisch 111 000 Franken gewesen. Wären. Denn es kam zu einem mittleren Volksaufstand, der im September 2012 auch diese Zeitung beschäftigte. «Sämtliche Grundeigentümer lehnten damals mit verschiedenen Schreiben den vorgesehenen Ausbau ab», erinnert sich Stadtpräsident Kurt Fluri.

Begründet wurde der Widerstand mit Gründen des Naturschutzes, der verkehrshistorischen Bedeutung der Kreuzenstrasse als alte Erschliessung der Solothurner Steinbrüche – vor allem aber auch wegen der teilweise happigen Perimeterbeiträge, die den Anwohnern bei der Sanierung gedroht hätten. 2013 wurde entschieden, auf das Projekt zu verzichten.

Endlich auf einen Deckbelag gehofft

Nicht alle Quartierbewohner waren in der Folge damit glücklich. Andreas Gunzinger und seine Familie nervten sich zusehends darüber, dass aufgrund des Grien-Belags der Kreuzenstrasse bei starkem Regen immer wieder «ansehnliche Mengen Mergel» angeschwemmt werden, welche eine eigentliche «Morerei» verursachen würden.

unzinger, 2012 wegen der hohen Perimeterbeiträge aufgrund einer «Luxusvariante» der Stadt noch in der Opposition, gelangte deshalb im Sommer 2018 wieder an die Stadtbehörden, man möge doch eine einfache Variante für einen Deckbelag prüfen. Nicht zuletzt auch wegen der ständigen Arbeiten, habe doch die Kreuzenstrasse in «unzähligen Mannstunden» gereinigt, repariert, ausgebessert und mit neuem Mergel versehen werden müssen. Da seien Steuergelder «für die Katze und keineswegs nachhaltig» investiert worden.

Nun soll es doch beim «Dreckbelag» bleiben

Im März 2019 folgte dann vermeintlich frohe Kunde für Gunzingers: Das Stadtbauamt teilte mit, man sei derselben Ansicht über den problematischen Mergelbelag und den hohen Unterhalt in den letzten Jahren, man werde deshalb das Projekt eines Deckbelags wieder aufnehmen. Allerdings bleibe für die «Redimensionierung des Projekts» - der ebenfalls mit Mergel bestückte Grafenfelsweg wäre ohnehin nicht enthalten gewesen – «kaum Spielraum», und die Perimeter-Beiträge würden wiederum fällig. «Das hätte ich in Kauf genommen, meint Andreas Gunzinger angesichts eines niedrigen fünfstelligen Betrags, der fällig gewesen wäre.

Wäre. Denn im Sommer 2019 erhielt Gunzinger dicke Post vom Stadtbauamt. Ein Anwohner, unterstützt von anderen Parteien, habe sich für den Erhalt des Mergelbelags ausgesprochen. Man werde deshalb zwei Gutachten in Auftrag geben, um das Vorhaben nochmals zu überprüfen. Vergeblich wehrte sich Gunzinger gegen diese «Verschleuderung von Steuergeldern». Die Gutachten wurden durchgezogen und das Resultat war eindeutig. Nochmals Stadtpräsident Kurt Fluri: Beide Gutachten kämen übereinstimmend zum Schluss, dass «aus Gründen der historischen, landschaftlichen, floristisch-faunistischen Bedeutung des Kieswegs auf eine Asphaltierung zu verzichten sei.» Es entstünden sonst «ökologische und kulturhistorische Verluste».

Es soll nun eine «kleine Lösung» geben

Was bei Andreas Gunzinger nur noch Kopfschüttteln auslöst, gehe es doch lediglich um ein Wegstück von «120 Metern». Der Stadtpräsident dagegen kündet eine «kleine Lösung» an: «Im Moment prüfen wir als Variante eine Verbesserung der Kanalisation und Gefällsituation, um einerseits den Naturbelag zu belassen, andererseits aber dessen negative Folgen zumindest vermindern zu können», teilt Kurt Fluri auf Anfrage mit.

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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