Solothurn

Es lebe die HESO!

Nicht wegzudenken: Das Säulirennen.

Die 42. Herbstmesse Solothurn ist Geschichte.

Nein, sie schafft es nicht! Und wird Unesco-Weltkulturerbe. Auch nicht, wenn Solothurn 2000 Jahre zählt. So alt sieht die Herbstmesse Solothurn, kurz HESO, noch längst nicht aus. Sie ist erst 42. Im besten Alter also. Von Sturm und Drang ist nur noch wenig zu spüren. Viel Routine hat sich eingeschlichen; wachsen kann sie nicht mehr, auch nirgends hin. Jedes Jahr erscheint sie zwar im neuen Kleid, aber zeitlos gestylt. Mit bewährten Accessoires wird gepunktet. Die Sonderschau als Diadem, das allem die Krone aufsetzt. Regionale Aussteller als Korsett. Die Handtasche gefüllt mit Gnagi, Berliner, Halbeli und Würsten aller Art. Und als kokette Schleife im Haar – das Säulirennen.

Eine zeitlose Erscheinung, gewiss. Doch auch für sie gilt: Das raffinierteste Make up wie die cleverste Schönheits-OP helfen nicht mehr weiter, wenn die Altersbresten überhandnehmen. Ein dringend nötiger Eingriff wäre das Liften der Reithalle. Da wünscht man der Rythalle AG ein glücklicheres Händchen als bis anhin. Darüber hinaus aber der HESO eine Prognose zu ihrer Lebenserwartung zu stellen, wäre vermessen. So gut sie verankert und organisiert sein mag, sie hängt am Tropf ihrer Blutspender, den Ausstellern. Geschäftsleute, die mehr denn je zu kämpfen haben.

Sie tun es. Darum: Erst wenn der letzte Berliner, das letzte Gnagi verputzt ist und das letzte Halbeli ausgetrunken, dann erst stirbt sie. Bis dahin aber gilt: Es lebe die HESO!

wolfgang.wagmann@chmedia.ch

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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