Hotel Krone
Es knirscht im Gebälk: Der Heimatschutz will den Leist-Flügel so wie er ist

Eine Einsprachepartei gegen den Krone-Umbau ist der Solothurner Heimatschutz. Ihn stört, dass der Leistflügel um 1,50 Meter angehoben werden soll. Jedoch findet er die Neugestaltung generell «eine gute Sache» und will mit Augenmass agieren.

Wolfgang Wagmann
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Neu würde das Dach des Leist-Flügels (links im Bild) aufgestockt.

Neu würde das Dach des Leist-Flügels (links im Bild) aufgestockt.

zvg

«Es geht uns nur um die Aufstockung des Leist-Flügels», betont Philipp Gressly, Präsident des Solothurner Heimatschutzes. Die Einsprache seiner Organisation thematisiere also nicht die ebenfalls umstrittenen Parkplätze im Innenhof oder die Neugestaltung des Haupttrakts, an dem keine Fensterläden mehr hängen sollen.

«Die Aufstockung widerspricht klaren rechtlichen Vorgaben, auf deren Einhaltung sonst mit gutem Grund zum Schutz unseres Stadtbildes bestanden wird», begründet der Heimatschutz seine Einsprache.

Oder wie es Philipp Gressly knapper formuliert: «In der Altstadt gibt es keine Ausnützungsziffer, sondern eine einzige Grundregel: Nutzbar ist nur die bisher bestehende Baukubatur.»

«Ordnungspolitischer Sündenfall»

Deshalb sieht Gressly in der Aufstockung des jetzt recht flachen Leistdachs um 1,50 Meter, die den Einbau von Mansarden-Wohnraum erlaubt, «einen ordnungspolitischen Sündenfall.» Die mit dem Aufstocken erreichte Nutzungssteigerung dürfe «innerhalb der gebotenen Interessenabwägung keine (wesentliche) Rolle spielen», verweist man auf die einschlägigen Regelungen des Bau- und Zonenreglements und die Richtlinien der Altstadtkommission.

Die Regelungen verlangten insbesondere eine Erhaltung der Dachformen und der Dachlandschaft generell. Es stelle sich dabei die Frage, ob mit der Aufstockung die Terrassierung des Leist-Flügels zum Haupttrakt nicht mehr «lesbar» sei. Denn mit dem Dachausbau des Leist-Flügels auch mit Lukarnen nähert sich dessen Dachansicht unbestritten dem Erscheinungsbild des Hauptgebäudes an (vgl. Bilder oben).

«Es braucht jetzt einen Entscheid der Baubehörde. Denn bisher wurde in diesem Punkt behördenseitig zu wenig hingeschaut», ist Philipp Gressly überzeugt. Die Prüfung der Einsprache solle zudem unter Einbezug der Altstadtkommission erfolgen.

Moderate Töne

Immerhin sei man mit der Bauherrschaft, dem Immobilienfonds der Credit Suisse, im Gespräch, betätigt Gressly weiter. Ja man spüre sogar Signale, dass die Einwände des Heimatschutzes zumindest aufgenommen würden. Ob je nach Entscheid ein Weiterzug der Einsprache ans Verwaltungsgericht erfolgen wird, lässt der Solothurner Jurist offen. «Wir wollen mit Augenmass agieren», stellt er jedoch in Aussicht. Und meint ganz generell zur «Krone»-Sanierung: «Wir sind uns voll bewusst, dass das Gesamtprojekt eine gute Sache ist.»

Erst einmal abwarten

«Ein Gespräch mit dem Heimatschutz hat stattgefunden», bestätigt auch Martin Munz, Projektleiter des CS-Immobilienfonds. Weiter wolle er sich zum jetzt laufenden Verfahren nicht äussern. «Wir warten jetzt den Entscheid der städtischen Baukommission ab.» Gleiches gelte für den Entscheid, Parkplätze oder nicht im Innenhof.

Zu diesem Thema hatte sich vorerst die Altstadtkommission negativ geäussert (wir berichteten). Munz dagegen sieht die Opposition gegen das Projekt «nicht negativ», auch wenn eine Verzögerung des Terminplans immer näher rückt. An sich war ein Umbaubeginn im Januar terminiert gewesen, doch auch mit Entscheiden noch dieses Jahr müssten Beschwerdefristen abgewartet werden.

Nur angetippt, aber nicht konkret thematisiert worden sei eine Etappierung von Haupttrakt und Leist-Flügel. Dies wegen der Komplexität des Projekts – Martin Munz: «Die Haustechnik beider Gebäudeteile ist miteinander verkoppelt.»