Theater Mausefalle
Es ist was faul im Staate Telemark

In «Omlet, Prinz von Telemark» zeigt der Jugendkurs des Theaters Mausefalle sein Können.

Helmuth Zipperlen
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Jugendkursstück «Omlet, Prinz von Telemark» mit engagierter Besetzung (v.l.): Joseph Tschudin, Noel Fischer, Liam Schank, Laurine Schmidt, Nils Leuenberger,Benedek Kalotay, Yann Ammon, Malaika Bussinger, Simona Luna Cona, Melis Simsir und Moritz Holliger.

Jugendkursstück «Omlet, Prinz von Telemark» mit engagierter Besetzung (v.l.): Joseph Tschudin, Noel Fischer, Liam Schank, Laurine Schmidt, Nils Leuenberger,Benedek Kalotay, Yann Ammon, Malaika Bussinger, Simona Luna Cona, Melis Simsir und Moritz Holliger.

zvg

Der Autor Kurt Hutterli hat in dem 1995 erstmals publizierten Werk für Jugendliche gleichsam drei Stücke in einem geschrieben. Wir erleben im ersten Akt die Ankunft der fahrenden Schauspieltruppe Saltimbocca-Tiramisu, im zweiten Akt die feierliche Einweihung des grossherzoglichen Theaters von Illustrien und schliesslich nach der Pause eine Theateraufführung sehr frei nach Shakespeares «Hamlet». Das gibt den Mitwirkenden Gelegenheit in einer Aufführung in gleich mehrere Rollen zu schlüpfen.

Für die Leitung und die Technik zeichnen Lukas Rhiner und Nico Barth verantwortlich. Erstmals hat sich Lukas Rhiner in die Leitung mit Nico Barth geteilt. «Weil Nico eine Zeit lang im Ausland weilte, musste ein Ersatz her und er hat mich gefragt. Da ich in der Ausbildung zum Primarlehrer bin, hat es mir Freude gemacht, mit den Jugendlichen zu arbeiten.» Er ist übrigens ein früherer Absolvent dieses Kurses und hatte das Bedürfnis, etwas zurückzugeben. «Am Anfang hatten die Teilnehmenden wenig Kontakt untereinander. Aber jetzt sind sie als Gruppe zusammen geschweisst. Das macht mich schon etwas stolz.»

Erstmals Theater gespielt hat Nicole Marti, Absolventin der Berufsfachschule, in den Rollen der Kammerzofe Giulietta Aspirapolvere und der Eusebia. Natürlich hatte sie vor der Premiere fast schlaflose Nächte, aber einmal auf der Bühne, waren die Ängste verflogen. «Der Kurs hat mir nicht nur Spass gemacht, ich bin dadurch als Mensch auch etwas offener geworden.» Vom Starterkurs in den Jugendkurs aufgestiegen ist Liam Schank, welcher gleich in drei Rollen zu sehen war, nämlich als Capitano Spavento, als General Ercole di Ferbattuto und schliesslich als Polonius.

Er hat als 10-Jähriger Schauspieler bewundert und wollte auch einmal auf der Bühne stehen und spielen. Jetzt, vier Jahre später, hat er den Jugendkurs durchlaufen. «Dieser war irgendwie professioneller und ich fühlte mich richtig ernst genommen.» Auf alle Fälle will er dem Theater treu bleiben.

Ausgeglichene Ensembleleistung

Nackte, farbige Wände auf der Bühne. Die fahrende Gruppe kommt und bringt einige Einrichtungsgegenstände mit. Der Chef der Gruppe gibt in der Folge sich widersprechende Anweisungen und schon sind wir mitten in einer Backstage-Handlung, also Theater im Theater. So kann ein Hexenschuss durch eine höhere Gage blitzartig geheilt werden. Trifft aber hier nicht zu, denn die Kasse ist leer.

Aber die Möglichkeit, dass ein Ersatz engagiert wird, hat die gleiche Wirkung. Während sich die Schauspieltruppe auf die Aufführung vorbereitet, erscheint der grossherzogliche Hofstaat, um das neu errichtete Theater einzuweihen, dessen Architekt sich nicht genug selber rühmen kann.

Schliesslich kann zur eigentlichen Vorstellung geschritten werden. «Omlet, Prinz von Telemark» nennt sich die vom Chef der Truppe eingerichtete Kurzfassung von Shakespeares «Hamlet, Prinz von Dänemark». Ausser den bereits erwähnten beiden Mitwirkenden sind in diversen Rollen zu sehen: Benedek Kalotay, Thea Burkhard, Malaika Bussinger, Laurine Schmidt, Nils Leuenberger, Joseph Tschudin, Gioia Clavijo, vom Starterkurs dazugestossen: Emilia Adamo und Moritz Holliger und vom Schülertheater «Die Welle»: Noel Fischer, Yann Ammon, Simona Luna Cona und Melis Simsir. Die Spielfreude der Agierenden übertrug sich aufs Publikum, welches die Leistungen mit starkem Applaus verdankte. Pfeifen indessen ist im Theater ein absolutes «No Go».

Nächste Aufführungen: Fr./Sa. 21./22. Oktober je 20 Uhr