Solothurn
«Es ist cool, mit Gott unterwegs zu sein»

«Die Stimmung an unseren Submarine-Openairs ist immer chillig, zufrieden», sagt Jugendarbeiterin Christina Mäder, «da stresst man nicht von Bühne zu Bühne.» Ob jetzt Punk oder Disco, Alt oder Jung – jeder und jede sei willkommen.

Angelica Schorre
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Christina Mäder freut sich auf das kommende Submarine-Openair vor der reformierten Stadtkirche in Solothurn.

Christina Mäder freut sich auf das kommende Submarine-Openair vor der reformierten Stadtkirche in Solothurn.

Christina Mäder arbeitet für «Plugin2», für die Jugendarbeit der reformierten Kirchgemeinde Solothurn, und organisiert zusammen mit jungen Leuten das jährliche Openair vor der Stadtkirche.

«Das ist mein Platz, da gehöre ich hin.»

Eigentlich ist die 23-Jährige auf Umwegen zur Jugendarbeit gekommen: Sie ist gelernte Schreinerin. «Ich mag Holz als Material», meint sie dazu schlicht. Ein Schnuppertag am Theologisch-Diakonischen Seminar in Aarau brachte dann das Aha-Erlebnis: «Das ist mein Platz, da gehöre ich hin.» Heute absolviert sie dort eine berufsbegleitende Ausbildung in Katechetik und Jugendarbeit; seit Januar 2011 arbeitet sie in einer Teilzeitanstellung für die Kirchgemeinde. «Mir gefällt die Kombination junge Leute und Kirche», sagt sie, «die Arbeit ist vielseitig, kreativ und lässt einem viel Freiraum.»

Sie möchte jungen Menschen Vertrauen ins Leben vermitteln, sie ermutigen, sich selber zu sein. «Einfach erfahren lassen, dass es noch andere Sachen gibt als Mainstream. Dass es cool ist, mit Gott unterwegs zu sein. Das macht Freude!» Aber ihr persönlich geht es nicht darum, «immer Gott zu verkaufen». «Mir ist der Glaube an Gott sehr wichtig; er ist mein Fundament.» Sie möchte vor allem ihren Glauben leben. Und nennt die Begriffe Wertschätzung und Nächstenliebe – «auch wenn der andere nervt».

Eine junge reformierte Kirche als Ziel

Die junge, engagierte Frau wohnt in einer WG in Biel und ist liiert. «Mit einem intelligenten, kreativen Theologiestudenten», lacht sie. Sie kann sich gut vorstellen, auch noch in fünf, zehn Jahren für die reformierte Kirche für Jugendliche da zu sein. «Ich wünsche mir eine junge reformierte Kirche», sagt sie, «das ist ein grosses Ziel. Wie das konkret aussehen soll? Vielleicht liegt im Herausfinden der Weg?»

Das braucht eine Portion Achtsamkeit. Dass Christina Mäder diese hat, zeigt sich auch in ihren Fotos, die vor allem mit sensiblen Stimmungsaufnahmen überraschen. «Mit meinen Fotos möchte ich Schönheit, wahre Momente einfangen. Das zeigen, was im Alltag oft untergeht. Gestellte Fotos gibts bei mir nicht.» Und was hat ein Openair eigentlich mit Kirche zu tun? «Wir haben Jugendliche gerne und geben ihnen eine Chance, mit ihrer Musik aufzutreten. Vielleicht sind zukünftige Stars unter ihnen? Die Gruppe ‹Pegasus› hat zum Beispiel schon bei uns gespielt.» Es sei immer gut, mit Jungen etwas für Junge zu machen. «Kirche und Openair beissen sich nicht», sagt Christina Mäder, «wir haben gerne Musik, die Kirche hat gerne Musik – und Gott schliesslich auch.»

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