Stadt Solothurn

«Es herrscht halt ein bisschen Panik»: Hotellerie und Gastronomie geraten unter Druck

Solche Bilder wie von der Altersehrung der Stadt Solothurn sind im Landhaus derzeit nicht möglich.

Solche Bilder wie von der Altersehrung der Stadt Solothurn sind im Landhaus derzeit nicht möglich.

Die Stadt Solothurn ist auch eine Seminar- und Konferenz-Destination. Die jetzigen Anlass-Restriktionen treffen die Hotellerie und die Gastro-Betriebe am Lebensnerv. Die Verantwortlichen und Betroffene hoffen, dass der Corona-Spuk bald vorbei ist.

Die nächste Absage: Die AEK Onyx AG verzichtet auf ihren Grossanlass «fokusenergie». 600 Gäste hätten am 17. März kommen sollen ‑ doch bleibt der Konzertsaal an diesem Abend leer. Niemand scheint mehr zu glauben, dass der Spuk des Anlassverbots aufgrund der Corona-Bedrohung am 15. März tatsächlich vorbei sein wird. Und so sieht sich auch Stadtschreiber Hansjörg Boll, zuständig für die Vermietung von Landhaus und Konzertsaal, neuen Herausforderungen gegenüber: «Schon am Freitagabend mussten wir im Konzertsaal ein Konzert mit 500 Personen absagen.»

Das Ganze sei eine «sehr doofe Situation» und es herrsche grösste Verunsicherung. «Aber die Situation ist noch nicht tragisch, wenn es bei zwei Wochen Anlasssperre bleibt», meint Boll. So habe die Stadt beschossen, die Stornierungkosten zu erlassen und natürlich entgingen ihr auch Saalmieten. «Beim Landhaus sind dies 900 Franken für einen eintägigen Grossanlass, bei zwei Tagen 1500 Franken.»

«Es herrscht halt ein bisschen Panik»

Härter trifft es die gesamten Dienstleister der Touristik-Branche, die hinter den Anlässen stehenden Gastro- und Hotelbetriebe. Auch Tourismusdirektor Jürgen Hofer verfolgt die Situation mit wachsender Sorge. «Wir haben die ersten Feedbacks von Hotels über Stornierungen», verweist er auf Reaktionen von Betrieben wie dem «Baseltor» oder Alten Spital. Doch werde die jetzige Situation die ganze Solothurner Hotellerie betreffen und dies habe Auswirkungen auch auf Region Solothurn Tourismus: Mit den Beherbergungstaxen «finanzieren wir auch unsere Aktivitäten.» Immerhin habe es bei den Stadtführungen noch keine nennenswerten Absagen gegeben, hofft Hofer, dass sich die Situation nicht weiter verschärft. «Es herrscht halt ein bisschen Panik», sieht er die «Macht des Faktischen» als treibende Kraft der jetzigen Entwicklung. «Doch wir müssen kühlen Kopf bewahren – es bleibt uns nicht anderes übrig.»

Es «räblet» nur so von Stornierungen

Näher an der Front und weniger zuversichtlich ist Claudia Vogl Baki, Direktorin des Hotels la Couronne. «Erst am Montagabend wurde ein Grossanlass bei uns abgesagt, und schon gibt es erste Absagen für Anlässe im April.» Auch die Übernachtungen seien im Abwärtstrend, es «räble» nur so von Stornierungen. «Die Leute sind halt sehr vorsichtig geworden. Ich hoffe, das Ganze geht schnell vorbei.» Denn grössere Häuser könnten solche Situationen besser verkraften als kleinere Betriebe.

Fällt ein Schatten aufs Jubiläumsjahr?

Stadtschreiber Boll ist auch «Tätschmeister» der Festivitäten zum 2000-Jahr-Jubiläum. «Am Freitag findet die Übergabe der Sonderbriefmarke durch die Post statt, da sind wir nur 40 Leute.» Im April sei es diesbezüglich noch ruhig, im Mai sind zwei grössere Vernissagen unter anderem auch zur Jubiläumsschrift geplant, am 19. Juni dann der eigentliche Jubiläumsakt im Konzertsaal, der unter den aktuellen Bedingungen jedoch nicht stattfinden könnte.

Immerhin: Einen Aktivposten hat die Stadt noch. Im Stadttheater kann bis auf weiteres unter Auflagen gespielt werden. Keinen Zutritt haben Besucher aus Corona-Krisenregionen. Oder wie Stadtpräsident Kurt Fluri dazu schon auf dem letzten Märet flachste: «Wir kennen unsere Abonnenten!»

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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