Ein ganzer Monat den öffentlichen Raum durch (sozio)kulturelle Anlässe beleben. Mit dieser Grundidee hat der aus Einzelerlebnissen zusammengesetzte Grossanlass «Platz da!» bereits im Mai 2014 viele Interessierte nach draussen gelotst.

Die Projektorganisation, die Jugendarbeit des Alten Spitals, schätzt, dass an der Pilotdurchführung rund 2'200 Personen direkt mit dem Projekt in Berührung kamen. Ein Erfolg, der Barbara Kläsi und ihrem Nachfolger Fabian Steinbrink Mut machte, um noch eins draufzusetzen.

«Nach der Pilotdurchführung dachten wir, mit 20 Anlässen an ein Limit gestossen zu sein», so Kläsi. Um es vorwegzunehmen: Heuer sind es 47 Projekte. «Es hatte kaum mehr Platz auf dem Flyer.»

Die ständig sichtbaren zentralen Elemente sind die «Spielstadt» auf dem Kreuzackerplatz als Info-, Verweil- und Begegnungspunkt, sowie eine «demokratische» Begrünungsaktion: Während im vergangenen Jahr als Gemeinschaftswerk ein Strickgraffiti die Stadt farbig einwickelte, werden heuer auf der Kreuzackerbrücke Säcke mit Humus montiert, die zur freien Bepflanzung mit Zier- und Nutzpflanzen gedacht sind.

Dieses «Urban Gardening» soll die lokale Verankerung – oder eben Verwurzelung – des Projekts zum Ausdruck bringen. In der «Spielstadt» wiederum will man noch mehr als im vergangenen Jahr auf Wiedererkennbarkeit für Passanten und eine klarere Beschriftung setzen. «Ausserdem sollen dort im übertragenen Sinne Geschichten geschrieben werden», sagt Kläsi.

Interkulturell, intergenerationell

Das Programm wird sich heuer noch niederschwelliger gestalten, kündigt die Projektleitung an. Es ist auf alle Altersgruppen angelegt und orientiert sich am Brückenschlag zwischen Generationen und Kulturen.

So beispielsweise geben Jugendliche Menschen aller Generationen Tipps rund um den Handygebrauch. Unter dem Titel «Grooveline» treten ansässige Bands und Formationen im Linienbus des BSU auf. Auf dem Markt der Kulturen werden traditionelle Spiele und kulinarische Kostbarkeiten aus aller Welt feilgeboten.

Und der Chor der Nationen hält ein Platzkonzert. Neben dem «Urban Gardening» stehen Themen wie Nachhaltigkeit und Natur auch andernorts im Zentrum. Unter dem Stichwort «Mit Gebrüll gegen Müll» kämpfen Kinder zwischen 6 und 13 lautstark gegen beobachtetes Littering an.

Und in einem Kurs lässt sich ein Minigärtli mittels PET-Flaschen basteln. Jugendpolitik ist an einem Podium der Jugendkommission (Juko) Thema – zu Gast sein wird Soziologe Ueli Mäder. Und wie 2014 wird die Juko wieder eine öffentliche «Platz-Sitzung» durchführen. Musikalische, gestalterische, tänzerische und andere kulturelle Aktivitäten runden das Programm ab.

Dass man für «Platz da!» mit beschränkten Mitteln, viel eigenen personellen Ressourcen, lokalen Partnerorganisationen, Stiftungen und zahlreichen Ehrenamtlichen auskommen muss, macht die Durchführung nicht einfacher.

Dem Sinn und Geist des Anlasses entspricht es aber allemal: «Es passt zum Thema des Raumanspruchs in der Öffentlichkeit», sinniert Kläsi. Nicht zuletzt lade «Platz da!» ein, über Nutzungsansprüche nachzudenken, im öffentlichen Raum Neues auszuprobieren und auszuloten, was möglich ist.

«Platz da» dauert vom 1. bis 31. Mai.
Alle Infos unter www.platzda-so.ch