Stadtbummel Solothurn
Es gibt viele Wege zum «Schöner Wohnen»

Ein fleissiger Digitalbürger namens «Bernd67» hat mehrere Gebäude der Stadt Solothurn auf Google Earth dreidimensional entstehen lassen. Die St. Ursenkathedrale fehlt jedoch noch.

Andreas Kaufmann
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Palais Besenval
7 Bilder
Zeughaus
Landhaus
Krummturm
Burristurm
Bieltor
Die 3D-Modelle von «Bernd67» von Gebäuden in Solothurn

Palais Besenval

google

Spätestens seit Google Earth wissen wir: Die Erde ist keine Scheibe. Umso flacher ist aber die St.-UrsenKathedrale. Wie das? Zwar darf man den neuen Kulturtechniken nicht in jedem Fall Glauben schenken.

Tatsache ist, dass ein fleissiger Digitalbürger namens «Bernd67» mehrere Gebäude der Stadt nun auch auf der digitalen Landkarte dreidimensional entstehen liess. Perron 1, Ramada, Burristurm, Besenval und Landhaus ragen so als bunt bemalte Klötzchen aus der Landschaft. Nur die Kathedrale fehlt – respektive liegt sie immer noch als flacher «Pflätsch» in der Altstadt herum. Auch sonst gibt es in der Stadt noch viele Lücken mit Klötzli zu füllen. Aber eben: Auch Solothurn wurde nicht an einem Tag erbaut – sagen zumindest historische Quellen.

Die Stadt auffüllen möchten übrigens auch die Architekten des Think-Tanks Masterplan Solothurn. Innendrin sollen ungenutzte Brachen (obschon Parkplätze auch dazuzählen) bebaut werden, um die grüne Wiese aussenrum (mit oder ohne Stadtmist untenrum) zu verschonen. «Rütschet echli zäme», lautet die Maxime hinter dem Anspruch, schöner zu wohnen. Zusammenrutschen ist auch in 13 Tagen angesagt, wenn die Solothurner Zapfhähne einige Aare-Äquivalente an flüssigem Narrentreibstoff hergeben und sich die Beizen mit lustigem Volk füllen.

Weniger legalen Treibstoff liess ein junger Mann in der Weststadt in seiner Wohnung wuchern. Getreu der Devise: Man kann auch schöner wohnen, wenn man nicht die Umgebung umgestaltet, sondern seine Wahrnehmung. Einen grünen Daumen kann man dem Indoorgärtner sicherlich nicht absprechen. Und auch das Umweltbewusstsein nicht: Wenn eine Wärmelampe für Pflänzli geschätzte 200 Watt verdampft, so liegt er auch mit zehn «Birrli» noch immer im Akzeptanzbereich der 2000-Watt-Gesellschaft – falls er sonst nichts weiter konsumiert ...

Ebenfalls unter dem Stichwort «Schöner wohnen» wird an den Iden des März die Eigenheimmesse wieder ihr Publikum anlocken. Ein Standbetreiber ist schon jetzt vor Ort. Auf dem Badiparkplatz ist das Wagendörfli der «Wagabunten» eingerichtet. Die müssen nun aber leider weg, wenn die Messe läuft. Dabei wäre ihr Modus vivendi eine präsentable, alternative Form von Häuslichkeit. Nur die Masterplan-Architekten hätten am Wagendörfli-Style wohl wegen der mickrigen Ausnützungsziffer wenig Freude.

Zur Lebensqualitätbeigetragen hat auch der vergangene Anlass der Grauen Panther. Ein Vortrag der Ärztin Michaela Harzke widmete sich unter anderem der Frage, wie ältere Menschen der Schlaflosigkeit ein Schnippchen schlagen können. Tatsächlich fielen während des nahrhaften Referats einige Zuhörer in ein unverhofftes Nickerchen. Na also! Wer hätte gedacht, dass theoretische Lebenshilfe so schnell praktisch wirkt.

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