Repla
Es gibt einen grösseren Beitragskuchen für die Kultur

Der Finanzierungstopf zur Unterstützung von Institutionen in Stadt und Region verspricht fettere Jahre.

Andreas Kaufmann
Merken
Drucken
Teilen
Es erhält den Löwenanteil von 40 Prozent aus dem Repla-Topf: das hiesige Stadttheater.

Es erhält den Löwenanteil von 40 Prozent aus dem Repla-Topf: das hiesige Stadttheater.

Andreas Kaufmann

Es ist oder besser: war ein Sorgenkind, das den Stadtpräsidenten Kurt Fluri in der Vergangenheit immer und immer wieder beschäftigte: die Zentrumslasten von Solothurn. In den vergangenen Jahren liess man aus diesem Grund bei knapp 60 Regionsgemeinden rund um Solothurn einen «Kollektentopf» herumgehen. Diese Gemeinden sollten sich als Nutzniesser mit freiwilligen Beiträgen an den Auslagen dreier städtischer Kulturinstitutionen beteiligen: der Zentralbibliothek, dem Stadttheater und dem Alten Spital. Der Sollbetrag, den man sich dabei erhoffte: 1,3 Mio. Franken.

Doch beim Finanzierungskonstrukt, das keine Verbindlichkeit vorsah, war mitnichten mit einer Deckung des ganzen Kostendachs zu rechnen. Einige Gemeinden kämpften und kämpfen selbst mit finanziellen Engpässen und leisteten deshalb keine oder reduzierte Beiträge in den Topf. Oder sie machten als Begründung eigene Zentrumslasten geltend.

In Grenchen zum Beispiel verwies der damalige Stadtpräsident Boris Banga aufs Parktheater und die Stadtbibliothek. Jedenfalls standen und fielen die Zahlungen mit der Gunst der Gemeinde. Immerhin: Der Sollbetrag fürs Alte Spital war laut der städtischen Finanzverwaltung 2015 zu 72,4 Prozent und 2016 zu 71,7 Prozent erfüllt worden. Beim Stadttheater lag die Kostendeckung 2015 bei 69,8 Prozent und 2016 bei 68,8 Prozent des Sollbetrags.

Repla-Lösung scheint erfolgreich

Dieses Bangen um freiwillige Gelder hat seit diesem Jahr ein Ende. Ein Grossteil der 41 Mitgliedergemeinden, die der Regionalplanungsgruppe Espace Solothurn (Repla) angehören, stimmten einer Finanzierungsvereinbarung zu, die ausgewählte sportliche, soziale und kulturelle Institutionen anpeilt: Neben den bereits genannten «Big Three» Stadttheater, Altes Spital und Zenti profitieren deshalb neu auch die Velostation und das Naturmuseum vom Beitragskuchen.

Ferner fliessen auch Beiträge an die Zuchwiler Kunsteisbahn und an die Trägerschaft, die sich für den Vollzug der Landschaftsqualität bei Bauernbetrieben und die Vernetzung im Repla-Gebiet einsetzt.

Der Löwenanteil von 40,1 Prozent der Beiträge geht ans Stadttheater, 29,2 Prozent bekommt die Zentralbibliothek. Das Alte Spital erhält 7,3 Prozent und das Naturmuseum 6,1 Prozent, währenddem der Velostation 1,5 Prozent aus dem Topf zukommen. Nach Zuchwil fliessen 12,1 Prozent, und für die Trägerschaft Landschaftsqualität sind 3,7 Prozent vorgesehen (Details siehe Tabelle unten in der Mitte).

Rund 1,5 Mio. Franken jährlich

Fürs Zustandekommen der Vereinbarung setzte die Repla damals einen Mindestbeitrag von 1,2 Mio. Franken fest, der dann auch übertroffen wurde. Ab 2017 werden bei einem erwarteten Sollbetrag von jährlich 1,6 Mio. Franken immerhin rund 1,5 Mio. Franken in den Beitragstopf fliessen, rechnet nun die Repla vor. Davon seien rund 1,2 Mio. Franken für die kommenden vier Jahre in Form von Leistungsvereinbarungen gesichert. Allerdings steuern auch jene fünf Gemeinden, die die Vereinbarung nicht unterschrieben haben, mit freiwilligen Beiträgen zur Finanzierung der Zentrumslasten bei.

Im Bucheggberg scheint ein besonders grosses Bewusstsein für die Zentrumslasten der Hauptstadt zu bestehen. Dort nämlich wurde die Vereinbarung von allen Gemeinden angenommen – womit für die nächsten Jahre mit einem Beitrag von 87'000 Franken zu rechnen ist. Im Lebern-Gebiet dürften 488'000 Franken zusammenkommen und im Wasseramt gar 904'000 Franken. Auch die Stadt Solothurn leistet ihren Beitrag in den Finanzierungstopf: Sie beteiligt sich als reguläre Vertragspartnerin mit 66'000 Franken.