Nach Diebstahl
Es geht weiter mit dem Chästag - neuer Verein gegründet

Der Solothurner Chästag wird auch nach dem Diebstahl vom letzten Jahr wieder organisiert. Ein eigenständiger Verein soll die Durchführung des jeweils anfangs September stattfindenden Chästags garantieren.

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Der letztjährige Chästag nahm kein glückliches Ende. (Archiv)

Der letztjährige Chästag nahm kein glückliches Ende. (Archiv)

Wolfgang Wagmann

Ab 2011 fand Anfang September in Solothurn der Chästag statt. Der Anlass erfreut sich grosser Beliebtheit, der Besucherrekord liegt bei 15'000 Leuten. Bei der letzten Ausgabe kam der Schock: Der grösste Teil der Einnahmen des Chästages wurden gestohlen. Das OK sprach von rund 20'000 Franken die aus der Wohnung des Münzchefs entwendet wurden. In derselben Nacht wurde ebenfalls Geld aus dem Auto eines Standstellers entwendet.

Die Zukunft des Anlasses stand auf dem Spiel. Es fehlte das Geld für die Organisation eines weiteren Chästags. Mindestens 10'000 bis 15'000 Franken seien nötig, um überhaupt an eine nächste Durchführung zu denken, rechnete der damalige OK-Präsident Hans Neeracher vor.

Doch jetzt ist klar: es geht weiter. Ein neu gegründeter Verein kümmert sich um die Organisation. Damit wird der Anlass vom wöchentlich stattfindenden Bucheggberger Markt losgelöst. Das alte OK wird derweil die vergangene Buchhaltung und sonstigen Belange abschliessen. Personell wird die Vereinsspitze unter anderem von den bisherigen OK-Mitgliedern gebildet.

Robert Flückiger bildet Vereinsspitze

Als Präsident des neu gegründeten Vereins wurde Robert Flückiger aus Kyburg-Buchegg gewählt, wie es in einer Mitteilung des Bauernverbandes heisst. Der ehemalige Wallierhof-Direktor und Chef des Amts für Landwirtschaft will die gewonnenen Zeit seiner Pensionierung für diese Aufgabe nutzen: «Davor hätte ich kaum Zeit gehabt, mich so dieser Aufgabe zu widmen.» Nichtsdestotrotz war er bisher mitunter beim Wallierhof-Stand mit von der Partie und in seiner Tätigkeit bei der Rebbaugenossenschaft. Als Vizepräsident des Chästag-Vereins amtet im Übrigen Hans Neeracher, der auch Initiant des Bucheggberger Märet und des Chästages war und die Anlässe bis heute fördert.

Dass man den Chästag in eine neue Organisationform überführt, habe zwar indirekt schon auch mit dem finanziell verheerenden Diebstahl im September zu tun. Doch nicht nur: «Der Markt ist vom erweiterten Vorstadtmäret zum Grossanlass angewachsen und stiess so an personelle Grenzen. Auch deshalb waren neue Strukturen nötig», sagt Flückiger. Konkret stehe auch ein Ausbau bei den Chargierten in Aussicht, dies, um die komplexer gewordene Organisation des Anlasses zu bewältigen.

Grösse und Dauer des Chästags soll ähnlich sein

Für die Weiterführung bestätigt er Neerachers Schätzung: 10'000 bis 15'000 Franken seien als Startbetrag schon nötig. «Die Beschaffung von Sponsoring- und Spendengeldern ist nun unsere primäre Aufgabe.» Allerdings seien schon sehr gute Signale spürbar, gerade auch von bisherigen Geldgebern wie der Stadt und der Organisation «Das Beste der Region». In der Grösse und Dauer soll der Chästag ähnlich verlaufen wie in den vergangenen Jahren. «Bevor wir über einen Ausbau nachdenken, wollen wir den Chästag konsolidieren, wie er ist.» Das kulturelle Rahmenprogramm rund um die Ausstellerstände soll sich nach Aussagen von Flückiger an den finanziellen Möglichkeiten des Budgets ausrichten. (ldu/ak)