Solothurn

«Es geht ums Wasser für die Sportvereine»: Kurt Fluri zum Mietvertrag des Hallenbads

Der Kanton möchte von der Stadt mehr Geld für die Benützung des Hallenbads in der pädagogischen Hochschule.

Der Kanton möchte von der Stadt mehr Geld für die Benützung des Hallenbads in der pädagogischen Hochschule.

Stadtpräsident Kurt Fluri kann die Forderung des Kantons nach mehr Mietzins der Stadt Solothurn für die Hallenbad-Benützung nachvollziehen.

Es ist und war schon wiederholt ein Politikum, das allmählich marode Hallenbad in der Pädagogischen Hochschule Solothurn. Der Kanton als Eigentümer macht auch aus Sicherheitsgründen dringenden Sanierungsbedarf für das Hallenbad-Gebäude aus den siebziger Jahren geltend, doch die Kosten von 6,4 Mio. sind für ihn derart hoch, dass er die Stadt als Mieterin stärker zur Kasse bitten möchte. Für Stadtpräsident Kurt Fluri ein Thema, mit dem er sich schon wiederholt im Gemeinderat hatte auseinandersetzen müssen.

Der Kanton will mehr Geld von der Stadt angesichts der 6,4 Mio.-Sanierung des Hallenbads in der Pädagogischen Hochschule. Was sagen Sie als Stadtpräsident dazu?

Ich habe Verständnis für die kantonsrätliche Kommission, dass sie vor einem Investitionsentscheid ausgelotet haben will, wie weit die Stadt Solothurn zu Zugeständnissen bereit ist. Der Kantonsrat hat die Aufgabe, zu den kantonalen Finanzen zu schauen.

Ein Monats-Mietzins von 22'583 Franken für ein Bad, das die Öffentlichkeit nur ein halbes Jahr lang mitbenutzen kann, ist ohnehin schon happig. Wird da nicht eine Schmerzgrenze erreicht?

Hier geht es nicht nur ums Geld, sondern vor allem um das Wasser für unsere Wassersportvereine und für die wassersportbegeisterte Bevölkerung. Der Sport hat bekanntlich für die Stadt Solothurn einen hohen Stellenwert, und natürlich auch die Gesundheit der Bevölkerung. Deshalb hat der Gemeinderat am 11. November 2014 dem Mietvertrag einstimmig zugestimmt.

Würde sich nicht vielleicht eine Sanierungsbeteiligung der Stadt und ein geringerer Mietzins als bessere Lösung anbieten?

Der Gemeinderat wollte keine Vermischung von Investitionen und der Übernahme der Mietkosten. Im Gegensatz zu unserem Engagement in die Traglufthalle im Sportzentrum Zuchwil ist unser Engagement in das Hallenbad der pädagogischen Hochschule kein Projekt der regionalen Solidarität.

Mit dem Abriss des Hallenbads im Hermesbühl verlor die Stadt «Wasserkapazitäten». Inzwischen kann – mit Beteiligung der Stadt – das Aussenbecken in Zuchwil auch im Winter benützt werden. Braucht es da das Hallenbad an der Sternengasse überhaupt noch?

Die Wintertauglichkeit des Freibades im Sportzentrum Zuchwil ersetzt gewissermassen das seinerzeitige Hallenbad im Hermesbühl-Schulhaus. Aber auch diese neu geschaffene oder eben ersetzte Kapazität ist heute bereits wieder voll ausgelastet.

Sie kennen als Vater mit eigenem Schwimmnachwuchs die Bedürfnisse der Sportart bestens. Wäre mittelfristig sogar ein neues Hallenbad vielleicht im Zusammenhang mit der Sporthallen-Planung ein Thema? Oder würde das zu Überkapazitäten führen?

Ein neues Hallenbad würde mit Sicherheit wesentlich mehr als die vom Kanton zu investierenden 6,4 Mio. Franken kosten. Ein Neubau würde zahlreiche neue Elemente aufweisen, mit Sicherheit zum Beispiel ein wettkampftaugliches 50-m- Schwimmbecken.

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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