Öufi-Areal
Es braucht nochmals eine Zusatzrunde – Einsprache gegen das Einkaufscenter in Solothurn

Die Sasolim AG plant auf dem Öufi-Areal in Solothurn auf 1400 Quadratmetern ein Migros-Einkaufscenter. Gegen das Vorhaben ist eine Einsprachen eingegangen. Von einem stadtbekannten Einsprecher.

Andreas Kaufmann
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Die Gebäude rechts des Kamins werden abgerissen, die Öufi-Brauerei bleibt bestehen. Die oberirdischen Parkplätze vorne werden durch eine Einstellhalle ersetzt.

Die Gebäude rechts des Kamins werden abgerissen, die Öufi-Brauerei bleibt bestehen. Die oberirdischen Parkplätze vorne werden durch eine Einstellhalle ersetzt.

Wolfgang Wagmann

Nicht nur im Osten der Stadt will die Migros Pflöcke einschlagen: Neben den Plänen eines «Kleincenters» auf dem Amag-Areal an der Baselstrasse soll im Westen ein weitaus grösseres Einkaufscenter des orangen Riesen auf dem Öufi-Areal entstehen. Das Reissbrett für die Bielstrasse 80 offenbart: 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche plant die Liegenschaftseigentümerin Sasolim AG für Migros und Denner.

Die im Parterre angesiedelte Verkaufsfläche wird ergänzt durch 400 Quadratmeter rückwärtiger Lagerfläche. Die darüberliegenden Geschosse sind für weitere Fremdmieter aus den Bereichen Verkauf und Dienstleister, Fitness und Schulen sowie Praxen vorgesehen. Ebenfalls Teil der Sasolim-Pläne: der Abriss mehrerer Gebäudetrakte, in dem die Öufi-Brauerei Lagerfläche gemietet hatte. Im ältesten Gebäudeteil an der Fabrikstrasse hingegen ist die eigentliche Brauerei untergebracht – dieser Trakt bleibt bestehen.

Verkehrsregime und Parkplätze

Vergangene Woche nun endete die Einsprachefrist gegen das grosse Bauvorhaben der Sasolim AG – und zwar mit einer Einzeleinsprache, wie Andrea Lenggenhager bestätigt. Die Leiterin des Stadtbauamts gibt bekannt, dass sich diese auf das geplante Parkplatzregime, das Verkehrskonzept, sowie die Grünflächen beziehe. Ebenso seien die Pläne zu ungenau, machte der Einsprecher laut Lenggenhager geltend.

Die Grundeigentümerin ist zuversichtlich: «Wir werden eine Lösung finden»

Von der Einsprache «nicht überrascht» zeigt sich die Grundeigentümerin des Öufi-Areals, die Sasolim AG. Verwaltungsratspräsident Raoul Stampfli kennt Einsprecher Hans Andreas Bühlmann schon von einer vorherigen Verhandlungsrunde zu den Bauplänen am Jumbo-Kreisel. 2017 hatte die Sasolim AG ein erstes Baugesuch nach Gesprächen mit dem Einsprecher zurückgezogen und bereits etliche Anpassungen, beispielsweise beim Grünflächenausweis, vorgenommen. Stampfli kennt also die Beweggründe und Motivation von Bühlmann genau. «Es geht ihm vor allem um den Mehrverkehr und die Parkplatzbewirtschaftung.»

Denn eigentlich sei der Einsprecher mit dem Parkplatzregime der Stadt und anderen Planungspunkten unzufrieden und versuche sich dann im Einzelfall wie eben jetzt wieder beim Öufi-Areal Gehör zu verschaffen. Jedenfalls suche man das Gespräch mit ihm, gibt der Solothurner Anwalt und Jurist zu verstehen. «Wir sind in Kontakt und wir werden eine Lösung finden», glaubt Raoul Stampfli. (ww)

Nach einigen Recherchen gibt sich ein Anwohner auf Anfrage als Einsprecher zu erkennen: Hans Andreas Bühlmann hatte schon den Kampf gegen die Coop-Pläne auf dem ehemaligen Kofmehl-Areal aufgenommen. Und auch wenn er beim Gang durch die Instanzen nach gesamthaft 14 Jahren Planungsgeschichte gescheitert war: Coop zog seine Pläne wegen mittlerweile geänderter Marktbedingungen zurück.

Damals hatte Bühlmann ähnliche Argumente gegen ein Einkaufszentrum ins Feld geführt wie jetzt: Die Verkehrskapazität gerate immer mehr ans Limit – und die Umweltbelastung durch Lärm und Abgase sei nicht mehr tragbar. Seine aktuelle Einsprache wollte er allerdings auf Anfrage nicht offenlegen.

1500 Fahrten täglich

Folgendes ist aber in Sachen Verkehrs- und Parkierungskonzept vorgesehen: Konkret geben die Sasolim-Pläne ein Limit von maximal 1500 Fahrten pro Tag vor. Die Zufahrt zu den Parkplätzen, die laut Projektdokumentation bewirtschaftet werden müssen, soll über die Biel- respektive Fabrikstrasse erfolgen. Oberirdisch sind 27 Parkplätze, in der unterirdischen Einstellhalle weitere 172 Parkfelder geplant. Damit stützt sich die Bauherrin auf die seit 2013 rechtsgültigen Gestaltungsplan ab.

Dass der Parkplatzbedarf so halbiert wird, rechtfertigt sich durch die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr: So ist die Liegenschaft Bielstrasse 80 mit zwei Bushaltestellen und die fünf Gehminuten entfernte Bahnhaltestelle Brühl gut bedient.

Mit der Einsprache Bühlmanns steht der Bauherrin eine weitere Hürde bevor. Eine Knacknuss dürfte auch der Rückbau und Abriss sein. Der früher im Fabriktrakt domizilierte Industriebetrieb hat einige Altlasten hinterlassen: An mehreren Orten wird eine Asbestsanierung notwendig sein. Zudem werden im entsprechenden Bericht Hinweise auf Altlasten im Boden – wie Schwermetalle oder Cyanid – gemacht.

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