Solothurn

Erweiterungsbau sorgt für Qualitätserhalt im Alterszentrum Wengistein

Nach dem 2011 bezogenen Osttrakt (r.) werden 2014 weitere Ausbaupläne (pink) realisiert: die Totalsanierung der westseitigen Zimmer, die Aufstockung zu einem Aufenthaltsraum und der südseitige Pavillon.

Nach dem 2011 bezogenen Osttrakt (r.) werden 2014 weitere Ausbaupläne (pink) realisiert: die Totalsanierung der westseitigen Zimmer, die Aufstockung zu einem Aufenthaltsraum und der südseitige Pavillon.

Um den Bewohnern mehr Komfort zu bieten werden sechs Doppelzimmer zu Einzelzimmer umgebaut. Die verbleibenden Doppelzimmer werden deutlich vergrössert. Die dadurch verlorenen Betten werden durch neue Zimmer in einem Neubau kompensiert.

Im Jahreskalender des Alterszentrums Wengistein dominiert neben weiteren Neuerungen vor allem ein ambitiöses Bauvorhaben: Im August nimmt ein 14-monatiges Bauprojekt seinen Lauf, das bei gleichbleibender Bettenzahl mehr Platz schaffen soll: Westseitig werden elf Zweierzimmer saniert.

Einem aktuellen Trend folgend werden davon sechs zu Einerzimmern umgestuft und die verbleibenden fünf um fast die Hälfte vergrössert. Bedarf für Zweierzimmer bestünden laut Moor lediglich bei Paaren, wo einer der Partner mit dem anderen einziehen möchte, oder aber im Falle von Demenzkranken, die sich vor dem Alleinsein fürchten. «Aber ansonsten wollen wir der gesellschaftlichen Forderung nach mehr Einzelzimmern nachkommen», so Moor.

Um insgesamt acht dadurch wegfallende Plätze zu kompensieren, entsteht auf der Südseite des «Wengistein» ein neuer Pavillon «Wohnen im Park». Zudem wird über der Demenzabteilung eine weitere Etage mit einer Aufenthalts- und Esszone entstehen, die für Bewohner im oberen Geschoss besser zugänglich ist.

Das Bauprojekt mit einem veranschlagten Kostendach von 2,6 Mio. Franken wird durch vorfinanzierte Eigenmittel realisiert. Dies, nachdem der 2011 frisch bezogene Osttrakt nach bereits zwei Jahren amortisiert war.

Ein wichtiges Anliegen war es Moor, dass kein Gebäudeteil als «Altbau» daherkommt und somit als weniger komfortabel eingestuft wird. Alle Gebäudeteile sollen den gleichen Komfort haben - bei einem konstanten Zimmerpreis. Die Zentrumsleitung blickt dem Bauvorhaben mit Respekt entgegen: «Schliesslich müssen wir es aus dem laufenden Betrieb heraus realisieren.»

Qualität und Leistung erhalten

Die Pläne des «Wengistein» dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch der Themenbereich Alter in finanziell angespannten Zeiten von kantonalen Sparüberlegungen nicht unberührt bleibt.

Wie bei der Hälfte aller kantonalen Alters- und Pflegeinstitutionen ist die Hotellerietaxe im «Wengistein» ebenfalls auf dem gesetzlich gedeckelten Maximalbetrag von 150 Franken pro Tag angelangt. Durch das Sanierungsvorhaben und damit eine aufrechterhaltene Qualität und Leistung könne man letztlich hinter dem hohen Taxenansatz stehen, so Moor.

«Eines ist sicher: Die Rahmenbedingungen werden nicht mehr komfortabler werden. Aber auch wir wollen unseren Beitrag in Sachen Effizienz leisten, ohne die Dienstleistung zu reduzieren.» Deshalb müsse man sich Gedanken machen, wie die Qualität bei «eingefrorenen» Taxen sichergestellt werden kann.

Oder ausgebaut: In einer anderen Ecke des Zentrums steht eine Angebotserweiterung an: Nachdem das Schweizerische Rote Kreuz das Tageszentrum 2011 einstellen wollte, übernahm das «Wengistein» die Federführung. Moor betont aber, dass das Problem für die Angehörigen auch mit dem derzeitigen Angebot nicht vollständig gelöst sei.

«Es hat sich eine neue Bedürfnislage eingestellt», eine, die über die Unterbringung werktags hinausgehe. Ab Mitte Jahr bietet das «Wengistein» deshalb auch Aufenthalte übers Wochenende, über die Nacht oder über Feiertage an. Damit kommt das Zentrum noch mehr dem Grundsatz «ambulant vor stationär» entgegen.

Bessere Eintrittskoordination

Auch personell wurde ausgebaut im «Wengistein»: Mit Margrit Obrecht ist eine neu geschaffene 50-Prozent-Stelle besetzt, die sich mit der Betreuung und Koordination potenzieller Neupensionäre befasst. «Durch eine längerfristige Eintrittsberatung können wir transparenter informieren und mehr Glaubwürdigkeit zum Kosten-Nutzen-Verhältnis schaffen», sagt Moor.

Jenseits der Kostenschiene betont Moor aber auch die «30-jährige Erfolgsgeschichte» der Ehrenamtlichkeit im «Wengistein». So leisten 75 Freiwillige, vorwiegend Rentner, jährlich rund 6500 Stunden für das Wengistein.

Arbeitsplätze vernichte dies nicht, versichert er: Während die Profis im Kernbereich der Pflege eingesetzt werden, werden die Leistungen der Freiwilligen zusätzlich im Bereich der psychosozialen Aktivierung erbracht und würden sonst einfach fehlen. Laut Moor entspricht dies einer Wertschöpfung von 300 000 Franken, «Geld, das man so nicht einfach herzaubern könnte.»

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