Marching Parade
Erstmals gewinnt eine Band aus dem Kanton Solothurn

Fünf Bands traten zur Marching Parade in Solothurn an. Und zum ersten Mal ist eine Band aus dem Kanton Solothurn die Gewinnerin des Anlasses. Die Paradeband.ch aus dem Thal erhielt am meisten Punkte von der Jury.

Hans Blaser
Drucken
Teilen
"Lebensfreude" von Franz Königshöfer als Gesamtchor
11 Bilder
Les Armourins aus Neuenburg
Les Armourins aus Neuenburg
Les Armourins aus Neuenburg
Les Armourins aus Neuenburg
Les Armourins aus Neuenburg
Les Armourins aus Neuenburg
Die Paradeband.ch als Sieger
Marching Parade Solothurn
Die Paradeband.ch als Sieger
Die Paradeband.ch als Sieger

"Lebensfreude" von Franz Königshöfer als Gesamtchor

Hans Blaser

Die beiden Experten hatten keine leichte Aufgabe. Alle fünf konkurrierenden Bands haben sich sehr gut vorbereitet. Alle boten an der Solothurner Marching Parade eine ähnlich sehenswerte Show. Das war auch das Ziel der organisierenden Stadtmusik Solothurn. Sie hat aus den vielen Anmeldungen jene fünf Bands ausgesucht, die ihr am gleichwertigsten erschienen.

Damit wollte man einerseits dem Publikum einen spannenden Anlass bieten. Gleichzeitig sollten alle Bands die gleiche Chance haben, einen der drei Barpreise gewinnen zu können.

Unbedingt wollte man auch eine Jugendformation dabei haben, aber nicht in der Konkurrenz. Deshalb komplettierte die Showband «Les Armourins» aus Neuenburg das Teilnehmerfeld. Sie besteht aus Jugendlichen von 12 bis 18 Jahren. Besetzt ist sie mit Flöten und Pikkolos sowie Perkussionsinstrumenten. Schon deshalb wäre ein Vergleich mit den fünf anderen Bands unrealistisch.

Sie durfte völlig unbeschwert und aus reiner Freude ihre Show darbieten. Damit wurde elegant die Zeit überbrückt, in der sich die Jury auf eine Rangliste einigen musste. Selbstverständlich wurden «Les Armourins» wie alle anderen auch mit einer pauschalen Reise- und Verpflegungspauschale bedacht.

Blasmusikdirigenten als Jury

Anders als in den bisherigen Auflagen erfolgte der Start nicht auf der Westseite, sondern oberhalb des Kronenplatzes. Die Strecke führte westwärts um den Brunnen auf dem Marktplatz und wieder zurück. Damit war jede Band auf der Strecke mindestens zweimal beim Vorbeimarsch zu sehen.

Die Jury sass nicht mehr auf einem Gerüst über dem Brunnen, sondern im Jurywagen, der vor der Jesuitenkirche stand. Sie bestand aus Markus Morgenegg und Josef Fink. Beide sind ausgewiesene und erfahrene Blasmusikdirigenten. Unter der Direktion von Josef Fink gewann die MG Bubendorf die erste Solothurner Marching Parade (SMP) 2002 und belegte 2003 den zweiten Platz. Damals wollte man die SMP noch jedes Jahr durchführen. Bald merkte man, dass man so die Stiftung von Bill de Vigier, aus welcher die Stadtmusik den Wettbewerb finanziert, zu sehr aushöhlen würde. Deshalb fand nun erst die siebte SMP statt.

Die Showband.ch eröffnete die Konkurrenz. Mit roten Hemden und weissen Hosen kamen sie wie das Stadtwappen daher. Die drei roten Streifen an den Hosen wiesen sie als reine Show-Formation aus. Sie setzt sich tatsächlich jedes Jahr wieder neu aus jungen Musikantinnen und Musikanten zusammen. Ihre drei Konkurrenten sind alles bestehende Musikvereine. Der Musikverein Sattel trat mit ihrer 2012 angeschafften grau-schwarzen kompletten Unform an. Sie zeigte etwas angepasst jene Show, mit der sie am Kantonalen Musikfest in Küssnacht die Parademusik gewann.

Sie zeigte, dass man auch rückwärts gehen kann. Ihr Komplettschwarz hellte die MG Steffisburg mit farbigen Krawatten und Foulards sowie weissen Hutbändern auf. Musikalisch bot sie den breitesten Mix. Der reichte vom Marsch über das «Vogellisi» bis zu «Herzilein».

Optisch beeindruckte die MG Unterentfelden. Das raffinierte, rot-weisse Vereinslogo prangte auf den Sousafonen, den Notenhaltern, den Revers und den Ohrsteckern der Musikantinnen. Alle trugen die gleichen weissen Schuhe mit je einer Reihe roter Quadrate verziert. Selbstverständliche trugen auch alle weisse Handschuhe.

Die gleiche Konsequenz zeigte auch die Paradeband. Ihre Farben waren aber nicht Rot-Weiss, sondern Schwarz-Weiss. Zu den schwarzen Hemden und Hosen kontrastierten weisse Gürtel und Schuhe. Die Dirigentin präsentierte sich genau umgekehrt. Als Verbindung trugen alle das mit ihrem Logo versehene Halstuch. Ihre Musik: Udo Jürgens.

Gewinner aus dem Kanton

Den Abschluss der SMP bildete der Gesamtchor auf der Treppe mit der Rangverkündigung. Den Marsch «Lebensfreude» meisterten die fünf Bands ordentlich. Obschon sich einige Bläser mit dem «Solothurner Marsch» schwertaten, war es ein feierlicher Abschluss. Es interessierte sowieso nur noch die Rangliste. Die sah auf dem dritten Platz die Startnummer 1, die Showband.ch.

Zweite wurde die MG Unterentfelden und Gewinner wurde die Paradeband.ch. Die setzt sich aus den beiden Musikgesellschaften Matzendorf und Welschenrohr zusammen und steht unter der Leitung von Johanna Begert. Der Gewinner ist damit erstmals eine Band aus dem eigenen Kanton.

Aktuelle Nachrichten