Solothurn

Erster Lauf-Wettkampf nach Lockdown: Ist die Aarerundi der Volkslauf der Zukunft?

In Solothurn fand am Donnerstag Abend der erste Wettkampf nach dem Lockdown für Laufbegeisterte statt.

Lang war die Strecke nicht. Vor dem Schulhaus Schützenmatt war der Start, dann ging es über die Brücke am rechten Aareufer bis zum Sportzentrum Zuchwil. Dort über die nächste Brücke an der Jurasüdfussseite entlang wieder zum Ausgangspunkt: 4,7 km. Hart und fordernd wurde das Ganze aufgrund des hohen Rhythmus und der Hitze. Aber: Häufiger Applaus und Anfeuerungsrufe von Badenden, Flanierenden und Velofahrern sowie die schöne Uferlandschaft spornten an.

Dennoch fühlte sich die traditionelle Aarerundi merkwürdig an. Mit dem gewohnten Volkslaufgefühl war das Rennen kaum verbunden. Corona war der Grund. Als eine der ersten Schweizer Laufveranstaltungen nach der Zwangspause, kam ein Schutzkonzept zur Anwendung. Der Start erfolgte gestaffelt. Alle zwei Minuten liess es sich unkompliziert loslegen, in Kleingruppen von höchstens zehn Läuferinnen und Läufern, alle mit Sicherheitsabstand voneinander entfernt, aufgereiht wie bei einem Formel-1-Rennen, ging’s in Intervallen los.

«Toll, dass es wieder Möglichkeiten gibt, sich zu messen»

Der Freude und der guten Stimmung tat dies kaum Abbruch. «Toll, dass es wieder Möglichkeiten gibt, sich zu messen», war immer wieder zu hören. Die Ambitionierten, wie Denis Eggenschwiler aus Subingen, fanden einen Anreiz: «Für mich ist die kurze Distanz ungewohnt.»

Plötzlich war es vorüber. Jetzt entspannten sich die Gesichtszüge. Die Freude, wieder einmal mit einer Startnummer unterwegs gewesen zu sein, zeigte sich in vielen Gesichtern. Und das Ungewohnte bot eine Vorahnung, wie Volksläufe aussehen könnten. Dazu gehörten auch: keine Garderobe, keine Rangverkündigung, wenig Möglichkeiten für den sozialen Austausch, dafür Bodenmarkierungen und Abstandsregeln.

Weniger Nachfrage als erwartet

Rund 150 Läuferinnen und Läufer beteiligten sich an einer der ersten Schweizer Laufver­anstaltungen seit dem Corona- Ausbruch – weniger als erhofft. «Wir hätten uns etwas mehr Interesse erwünscht», sagte Organisator Boris Graber. Die Gründe sind verschieden: Der Termin mitten in den Sommerferien, die hohe Temperatur, ein Donnerstagabend sowie eine kurze Vorlaufzeit lieferten Hauptargumente.

Von wirtschaftlicher Rentabilität konnten die Organisatoren nicht reden. Das war aber auch nie der Antrieb gewesen. Es ging ihnen darum, den Läuferinnen und Läufern wieder das Gefühl des Wettkampfes und des sich Vergleichens zu ermöglichen. Die allseits strahlenden Gesichter illustrierten, dass dies geglückt ist.

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