Solothurn
Erste Gebäude werden abgerissen, damit für «Weitblick» gebaut werden kann

Hinter dem Henzihof wird demnächst mit den Vorarbeiten zur Erschliessung des Weitblick-Areals begonnen.

Wolfgang Wagmann
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Noch geniessen Rinder den Weitblick – doch bald wird hier hinter dem Henzihof die Erschliessungsstrasse gebaut.

Noch geniessen Rinder den Weitblick – doch bald wird hier hinter dem Henzihof die Erschliessungsstrasse gebaut.

Wolfgang Wagmann

Einer Baupublikation der Stadt Solothurn ist zu entnehmen, dass nun die beiden nördlichen Nebengebäude des Henzihofs abgerissen werden sollen. Im Weiteren enthält die Publikation die Absichtserklärung, die provisorische Zufahrt zur ehemaligen Villa Gibelin zu erstellen, die aktuell noch für die Flüchtlingsbetreuung genutzt wird. Auch soll die künftige Erschliessungsstrasse als Verbindungsachse zwischen der Gibelinstrasse und der Brühlgrabenstrasse für den nördlichen Bereich des Weitblick-Areals vorbelastet werden.

Wozu dieser Schritt dient, erklärt Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamtes: «Im Bereich der Erschliessungsstrassen auf dem Weitblick-Areal werden auf einer Höhe von 1,5 bis 2 Metern Kiesdämme aufgeschüttet. Diese Vorbelastungen sind notwendig, um eine stabile Bodenstruktur sicherzustellen.» Den Zeitraum der Vorbelastungen sieht Lenggenhager zwischen 6 bis 12 Monaten. «Dabei werden allfällige Setzungen durch die Vorbelastungen ausgelöst, um ein späteres Einsinken zu verhindern», erklärt die Bauamtsleiterin weiter.

Zonenplan auf 2019 erhofft

Den nächsten Schritt tut das Stadtbauamt dann Richtung Erschliessung des nördlichen Weitblickareals. Andrea Lenggenhager: «Anschliessend an die Vorbelastung vom Herbst 2018 bis ins Frühjahr 2019 möchten wir mit der Realisierung der Strasse inklusive aller Werkleitungen beginnen.» Allerdings würden noch Abklärungen bezüglich des Nutzungsplanverfahrens laufen, die es zu berücksichtigen gelte. «Sobald das Vorgehen geklärt ist, kann aber ein definitives Realisierungsprogramm der ersten Infrastruktur-Etappe erstellt werden», hält Lenggenhager dazu fest.

Auf die Frage, wann mit den ersten Landverkäufen an Investoren im «Weitblick» zu rechnen sei, kommt aus dem Stadtbauamt eine eher vorsichtige Antwort. 2015 habe der Gemeinderat beschlossen, dass im Rahmen der Ortsplanung die Dichte – das Nutzungsmass der Baufelder im Weitblick – zu überprüfen sei. «Der Landverkauf steht somit in Abhängigkeit zur Ortsplanung», betont Andrea Lenggenhager.

Der überarbeitete Zonenplan mit dem Bau- und Zonenreglement werde im Herbst 2018 in die politischen Behörden gebracht. Damit steht für die Leiterin des Stadtbauamtes fest: «Mitte 2019 kann frühestens mit einem rechtskräftigen Zonenplan gerechnet werden.»

Investoren müssen sich gedulden

Interessierte Investoren gebe es, ja sie stünden geradezu in den Startlöchern, wurde bisher auch durch Stadtpräsident Kurt Fluri auf Nachfrage festgehalten. Doch bis es soweit ist, müssen für Andrea Lenggenhager noch einige Voraussetzungen erfüllt sein. «Ein Verkauf kann erst stattfinden, wenn die Rahmenbedingungen geklärt sind. Der Vergabeprozess für die erste Etappe muss noch vom Gemeinderat beschlossen werden.» Ebenso würden alle Baufelder öffentlich ausgeschrieben. Die Baufelder könnten auch erst bebaut werden, wenn die Infrastruktur realisiert ist und wie schon erwähnt «der überarbeitete Zonenplan rechtskräftig ist».

Was passiert mit dem Henzihof?

Im Brennpunkt des nördlichen Weitblick-Areals steht der Henzihof, den einige Kreise, vor allem aber auch der Quarterverein Weststadt, gerne als Quartierzentrum erhalten und weiter nutzen möchten. Im Entscheidungsprozess um den Erhalt oder Abriss des alten Bauernhofes spielt auch das nebenan wieder hergerichtete Lusthäuschen aus dem 19. Jahrhundert eine Rolle. Das Häuschen hat der Quartierverein in Fronarbeit wieder hergerichtet und aktuell finden dort jeden Monat kulturelle Anlässe statt. Laut Andrea Lenggenhager ist noch kein Entscheid zur Zukunft der zwei Bauten gefallen. «Die Stadt hat zwei Gutachten in Auftrag gegeben. Das eine Gutachten soll den kulturhistorischen Wert klären, das andere über den Zustand der Bausubstanz Auskunft geben. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie sollen die Chancen und Risiken für die Entwicklung dargestellt werden.» Auch bedürfe es einer Klärung bezüglich des Quartierzentrums, wird auf immer noch laufende Arbeiten verwiesen.

Und die «Allmend»?

Geplant ist südlich des Henzihofs auch ein öffentlicher Platz für Zirkusse und ähnliche Veranstaltungen. Diese «Allmend» gehört für die Leiterin Stadtbauamt in die erste Realisierungsetappe des Weitblick-Areals. «Zur Zeit sind wir daran, die Bauprojekte Infrastruktur der Etappe 1 fertigzustellen. Eine Realisierung ist ab 2019 realistisch.»

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