Das Jahr 2016 war auch in der Region Solothurn ein ziemlich nasses und eher warmes. Es gab aber auch Extreme, die diesem Gesamttrend nicht entsprachen. So der furztrockene Dezember oder die kühlen Frühlingsmonate März und April. Die Jahresregenmenge von 1591 Millimetern oder Litern pro Quadratmeter ist die höchste seit zehn Jahren, die im Wallierhof Riedholz gemessen wurde. 2007 waren es allerdings 1730 Liter gewesen.

Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 10,8 Grad liegt auch Solothurn um ein halbes Grad über dem langjährigen Mittel, rekordwarm war es aber keineswegs. So zählte man seit der Jahrtausendwende etliche noch wärmere Jahre mit Spitzen klar über 11 Grad. Geprägt war das abgelaufene Jahr von einem schneearmen, viel zu milden Winter, einem kühlen und feuchten Frühling sowie Frühsommer, einigen Wochen Hitze und einem warmen Herbst, der einem bisher fast schneelosen Winter Platz machte.

Kaum ein Winter

Erst am 13. Januar kam der Winter 2016 in die Gänge und brachte es in der Folge auf immerhin 13 Schnee- und drei Eistage. Doch holte der sonst unberechenbare Februar in Sachen Schnee- und Kälte keineswegs auf, so folgte auf eine frühe, stürmisch-verregnete Fasnacht zwar noch ein Winter-Intermezzo, doch mehr Schnee setzte es dann in den ersten Märztagen ab.

Weit über der Norm lagen in den beiden Wintermonaten die Niederschläge: Die 445 Liter pro Quadratmeter – meist Regen – im Januar und Februar sorgten für mehr als einen Viertel der Gesamtjahresmenge von 1591 Litern oder Millimetern.

Infogram: Niederschläge im Wallierhof in Riedholz

Pflotschnasser Frühling

Kühl, aber zu trocken blieb lediglich der März, während dann der April und besonders der Mai mit vollen Giesskannen aufwarteten. Durch die häufigen Schlechtwetterfronten konnte kaum je Frühlingsstimmung aufkommen und regelmässig zeigte sich für kurze Zeit auf der Jurakette nochmals der Winter – so beispielsweise am 1. Mai.

Auch die Ostertage blieben eher kühl, grau und feucht. Die hässlichste Periode war das «Doppelpack» vom 12. und 13. Mai, als innert 48 Stunden fast 100 Liter Regen pro Quadratmeter auf Solothurn niederprasselten. Als dann der Juni ebenfalls zu kühl und sehr nass ausfiel, herrschte vor allem in der Landwirtschaft Alarmstufe Dunkelrot.

Denn von Anfang April bis Ende Juni waren nach dem feuchten Winter weitere 600 Liter Regen dazugekommen – im ersten Halbjahr insgesamt 1117, im zweiten dann lediglich noch 474 Liter wurden so registriert.

Trendwende im Juli

Als es kaum mehr jemand zu glauben wagte, setzte der Sommer doch noch zu einem fulminanten Zwischenspurt an. Der Juli war zwar nochmals durch gewittrige Starkregenfälle am 11./12. recht feucht, aber mit einem Monatsmittel von gut 21 Grad auch sehr warm. Der trockene August – auch er im Mittel über der 20-Grad-Marke – stimmte dann definitiv versöhnlich und leitete zu einem sehr sonnigen, fast sommerlichen September über, der bis in die HESO hinein Abend für Abend noch das Verweilen draussen erlaubte.

Keine grossen Stricke mehr zerriss dann der Oktober, und im November wurde Solothurn nochmals richtig gut angefeuchtet. Ende der ersten Novemberwoche schneite es sogar bis in die Stadt hinunter und mehr als 30 cm Neuschnee auf dem Weissenstein verhiessen schon Schlittelfreuden pur. Doch bereits Ende November war der Göiferlätsch wieder grün und ist es dann bis diese Woche auch ständig geblieben.