Der Gebäude- und der Mobilitätsbereich sowie die Landwirtschaft sind bereit, vermehrt auf Bioenergie zu setzen, vorausgesetzt, Konkurrenzfähigkeit und Wirtschaftlichkeit bleiben erhalten. Für die entsprechenden Rahmenbedingungen muss die Schweizer Klima- und Energiepolitik sorgen.

Dies forderten mehr als 140 Fachleute am fünften Bioenergie-Forum in Solothurn. Die Vertreter aus der Gas- und der Mobilitätsbranche wie auch aus der Landwirtschaft äusserten dabei den Wunsch, dass ihre aktuellen Bemühungen anerkannt und in den entsprechenden Gesetzen reflektiert werden.

So wird sich der Marktanteil bei den Biotreibstoffen schon in diesem Jahr auf vier Prozent verdoppeln. Bis 2030 fordert Nationalrat und Transportunternehmer Ulrich Giezendanner allerdings 20 Prozent. Eine äusserst restriktive Handhabung der Steuerbefreiung sowie eine mangelnde Flexibilität der Importkriterien hemmen jedoch die Befriedigung der Nachfrage.

Biogas anerkennen

Im Gebäudebereich stellt Biogas eine gute Alternative zu fossilen Energiequellen dar. Die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich anerkennen Biogas jedoch bis heute nicht als erneuerbare Energie.

Die Direktorin des Verbands der schweizerischen Gasindustrie Daniela Decurtins zeigte dafür wenig Verständnis, könnte doch der klimaneutrale Biogas-Anteil bei der Heizenergie bis 2030 auf 30 Prozent gesteigert werden.

Die Klimaziele der Landwirtschaft sollen neu ebenfalls im CO2-Gesetz festgelegt werden. Nationalrat Jean-Pierre Grin zeigte bereits erbrachte Leistungen der Landwirtschaft auf und skizzierte weitere Möglichkeiten, aber auch deren potenziellen Grenzen.

Gemäss Stefan Mutzner, Geschäftsführer von Ökostrom Schweiz, ist das Reduktionspotenzial von klimaschädlichem Methan durch den Betrieb von landwirtschaftlichen Biogasanlagen enorm gross. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, bedarf es laut Mutzner jedoch einer Nachfolgelösung für die kostendeckende Einspeisevergütung in Form eines neuen direkten oder indirekten Fördermodells.

Einen neuen Ansatz brachte der Geschäftsführer der Klimaschutzorganisation myclimate, René Estermann ein: Anstatt die CO2-Emissionen mit Kompensationszahlungen zu «bestrafen», sollte CO2 mit einer Art vorgezogener Recyclinggebühr versehen werden. Damit liesse sich die Innovation in der Schweiz weiter vorantreiben. (mgt)