Für Otto Jost ist es ein besonderes Vergnügen, seine Malereien, besonders der Stadt Solothurn und ihrer schönen Umgebung gewidmet, in der Galerie ArteSol bei der Galeristin Monique Liechti in Solothurn ausstellen zu dürfen.

Vielleicht ist er als pensionierter Bauingenieur wirklich ein Spätberufener, doch ganz glauben tut man ihm das nicht, denn zu gross ist sein Talent, seine Fähigkeit, sich künstlerisch auszudrücken. Die Liebe zur Malerei muss schon unendlich lang in ihm geschlummert haben, ansonst wäre er nie zu solch grossartigen Bildkompositionen aufgestiegen.

Solothurn entdeckt

Nach der Pensionierung begann er mit seiner Malerei, und zwar in einer einmalig konzipierten Eindrücklichkeit. Das aktuelle Thema, die Stadt Solothurn und Umgebung hat ihn zu unglaublichen schönen, poetischen Bildern motiviert. Ganz bewusst ging er bestimmten Orten nach, entdeckte den Friedhofplatz, den Landhausquai, erlebte den Monatsmarkt, stieg in die Hauptgasse mit ihren wunderschönen Häuserfronten ein, malte die Rathausgasse und andere Sehenswürdigkeiten mehr.

Er besitzt ein einmaliges Talent für Feinheiten, für besondere Lichtspiele. Farben sind nicht einfach Farben, sie leben aus dem Licht und Schatten heraus und verändern sich ständig. Was man einfangen kann mit seinem Pinsel, wobei er mit Acryl -und Ölfarbe auf Holzfaserplatten oder Leinwand malt, dies ist ein kleines Abenteuer. Manchmal sind es Momentaufnahmen, die einen zu einem besonderen Motiv hinziehen, dann wieder lange Phasen des persönlichen Erlebens.

Die Wahrnehmung spielt sich auf unterschiedlichen Ebenen ab, doch immer besitzt der Künstler Otto Jost dieses einmalige sichere Gespür für Farbkombinationen, für Realitäten, für wach gewordene Inspirationen, wobei der Fantasie, dem Schöpferischen aus dem Augenblick heraus freie Bahn gelassen wird. Als gelernter Bauingenieur hat man viel Sinn für Strukturen, für Ordnungen, für Platzierungen, dies spürt man seinen Malereien an, wenn er auch aus ganz freiem Denken heraus arbeitet.

Eintauchen in die Stadt

Häuserfronten in der Altstadt bekommen eine Lebendigkeit, ein wechselhaftes Farbenspiel, das begeistert, man erkennt Menschen in den Strassen, Schattenspiele auf dem Boden, geschaffen durch die hohen Bäume, durch das Spiel mit Licht und Schatten. Aber auch Weiher und Seelandschaften bekommen einen besonders faszinierenden Ausdruck.

Die Bläue widerspiegelt Lebendigkeit, dunkle Ränder sind zu erkennen, im Mittelpunkt eine zarte Bläue, dann die Wiesen und Äcker, die in den Weiher hinein zu wachsen scheinen. Seine figurativen Elemente werden nie ausformuliert, immer lässt der Künstler vieles offen, und schafft so neue Spannungsfelder, die jeden fesseln. Man darf seine eigene Fantasie spazieren führen, eintauchen in Landschaften, Strassen und Häuserfronten, den Menschen zusehen beim Flanieren oder auch nur die Bläue des Wassers geniessen.

Otto Jost ist ein Maler, der bewegt, der neugierig macht auf die Umgebung. Er aktiviert die Wahrnehmung und Beobachtungsgabe. Und man staunt, dass ein Mensch im höheren Alter eine solche Begabung an den Tag legen kann, wobei er vorher viel Jahre einen ganz anderen Beruf ausübte. Die Malerei ist ihm auf den Leib, in die Seele geschrieben. Auch seine Bilder aus den mediterranen Gegenden strahlen solche Schönheit aus.

Es sind dies Bilder, die einen kreativen hellwachen Maler verraten, der mit den Farben lebt, mit seinen Motiven, mit dem Wechselspiel von hell zu dunkel. Ohne Zweifel wird man von ihm noch viel zu sehen bekommen, denn er ist erst am Anfang seiner späten Berufung, und die ist von überzeugender Ausstrahlung. Er ist ein Naturtalent, das die Malerei liebt, das Malen, die Kunst allgemein, und dadurch schöpferische Prozesse wagt, die vielen verschlossen bleiben.