Solothurn
Er malt Linda und Lisa aus der blossen Erinnerung auf die Leinwand

Orlando Rezzonica malt alle seine Bilder aus dem Gedächtnis. Sein Lieblingsmotiv sind Frauen in allen Gemütslagen. In der Solothurner Galerie ArteSol sind derzeit 29 Arbeiten in Öl auf Leinwand zu sehen.

Hans F. Fröhlich
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Frauengestalten bevölkern die Bilder von Orlando Rezzonico.

Frauengestalten bevölkern die Bilder von Orlando Rezzonico.

hrf

In Lugano aufgewachsen, bevorzugte der heute in Solothurn arbeitende Orlando Rezzonico von Anfang an das Zeichnen. Das brachte ihm viel Lob von den Lehrern ein und bahnte das Privileg an, das der Kunst eigen ist, nämlich die Suche nach einer Bereicherung jenseits der normalen täglichen Beschäftigung.

Dies setzte sich auch fort, als er nach Solothurn umzog, wo er die Schulen bis zum kaufmännischen Berufsabschluss besuchte. Bereits während seiner Tätigkeit bei Sulzer in Zuchwil experimentierte Rezzonico mit Farbe, Techniken und Materialien. Es entstanden erste Aquarelle und Ölarbeiten.

Das Malen figurativer Themen begleitete ihn auch nach seiner Rückkehr ins Mendrisio, wo er mit seiner Familie 26 Jahre verweilte.

Orlando Rezzonico malte als Autodidakt weiter, nahm jahrelang Kurse bei Gino Macconi und studierte die zeitgenössischen Künstler. Vor allem Licht und Bewegung interessieren ihn.

Er beobachtet gerne das Treiben der Menschen und formt seine Themen aus dem Gedächtnis. Fast durchwegs Frauengestalten in allen Seelenlagen zwischen Geburt und Tod bevölkern seine Bilder. Selten sind Porträts und Landschaften. Vorherrschend ist der vollschlanke mediterrane Typus, Sujets, welche er auch als Zyklus «Linda und Lisa Speck» bezeichnet.

Gut trainierter Beobachtungssinn

Rezzonico liebt die Bewegung in den Gruppen, auf der Flucht, bei der Arbeit, als Taufgesellschaft, im Schneegestöber oder als Radfahrer. Rezzonico liebt die Frauen, welche er oft betont sinnlich, sommerlich leicht bekleidet oder nackt wie «Die drei Grazien» darstellt.

Selbstverständlich und beschwingt entstehen Dreidimensionalität und differenzierte Ausdrucksformen verschiedenster Stimmungen. Phänomenal ist die Beherrschung der Proportionen der Gliedmassen selbst aus extremsten Blickwinkeln und Bewegungssituationen seiner Figuren.

Mit seinem gut trainierten Beobachtungssinn fixiert er Verhalten, Gesichter und Situationen, die Lebensaspekte übermitteln können. Rezzonico ist auf der ständigen Suche, Situationen und Gemütszustände zu erforschen und zu verstehen. Dabei entsteht alles aus der Erinnerung als spontane Kreation aus der Fantasie ohne fotografische Bezüge vorerst als Skizze in Kohle auf Leinwand.

Alle Arbeiten von Orlando Rezzonico sind in Öltechnik ausgeführt. Das langsame Trocknen der Farbe lässt ihm Zeit zum Nachdenken und um gleichzeitig an mehreren Bildern zu arbeiten.

Öffnungszeiten: Mi, Do, Fr 9 bis 11 und 14.30 bis 17 Uhr, Sa 11 bis 17 Uhr. Apéro: 24. August, 11 Uhr. Finissage: Samstag, 31. August 11 bis 17 Uhr.