Bürgerrat Solothurn
Entlastung für Schwester Benedikta: Arbeit soll reogranisiert werden

Schwester Benedikta hat in der Einsiedelei ein grosses Aufgabenfeld zu bewältigen - ein zu grosses. Eine Reorganisation soll nun ermöglichen, dass sie entlastet wird.

Mark A. Herzig
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Mehr ora statt labora: Schwester Benedikta soll weniger arbeiten können.

Mehr ora statt labora: Schwester Benedikta soll weniger arbeiten können.

Felix Gerber

Die Einsiedeleikommission hielt in ihrem Reorganisationsantrag fest: «Mit dem Amtsantritt von Schwester Benedikta haben wir eine Einsiedlerin, die bewusst und mit vollem Einsatz ihrer Berufung als Eremitin folgt und seelsorgerisch für die Menschen und ihre Anliegen da ist. Daneben braucht sie genügend Raum für das Gebet und die Stille. Diese Ausrichtung verstärkt die Wirkung der Einsiedelei als spiritueller Ort und als besonders wertvolles Kleinod der Bürgergemeinde. Es gibt in der Schweiz nur noch eine dauerhaft bewohnte Einsiedelei in der Nähe von Schwyz.»

Spiritueller Ort oder Events?

Die Kommission stellte fest, dass die Einsiedelei zunehmend stark frequentiert werde und dass die Aufgabe, verbunden mit Hauswartarbeit und der Betreuung von Anlässen, von einer Person nicht mehr zu bewältigen sei. Sie beantragte deshalb eine Entflechtung des spirituellen und des weltlichen Teils. «Schwester Benedikta kann sich so auf die seelsorgerischen Anliegen und auf das Gebet konzentrieren. Sie kann ihrem Gelübde als Eremitin gerecht werden und den Ort als Stätte der Kontemplation wieder erstarken lassen. Für den weltlichen Teil soll neu eine Person verantwortlich sein, welche die Hauswartarbeiten, die Betreuung und Vermietung der Kapellen sowie die Aufsicht an besonders frequentierten Tagen übernimmt.»

Der Bürgerrat diskutierte äusserst intensiv die anstehenden Fragen, wozu auch Schwester Benedikta eingeladen war. Sie legte dar, in welchem Mass die Einsiedelei immer stärker frequentiert wurde. Die Annahme, das werde sich ab Herbst und im Winter abschwächen, erfüllte sich nicht. Ganz im Gegenteil. Die Belastung stieg über ihre körperlichen Kapazitäten, sodass sie sich in medizinische Behandlung begeben musste. Sie wurde damit zum Opfer des Erfolgs der Einsiedelei und ihres Wirkens.

Die Verhandlungen führten zur etwas überspitzten, aber berechtigten Fragestellung: Will die Bürgergemeinde eine Einsiedelei im Wortsinn führen oder einen touristisch genutzten Eventort? Forstkommissionspräsident Matthias Wälti erinnerte eindringlich daran, dass im Gebiet Verenaschlucht und Waldpark Wengistein weitere dringende Fragen zur Lösung anständen – erwähnt seien nur Fels und Forst. Wälti forderte eine intensivere Zusammenarbeit zwischen den Kommissionen zur Erlangung einer Gesamtsicht: «Wir müssen vom blossen Reagieren – und das erst noch unter Zeitdruck! – zum gezielten Agieren kommen», forderte Wälti.

Der Bürgerrat genehmigte die vorgeschlagene Reorganisation, setzte als Termin Ende Juni und erteilte ihr zusammen mit dem Bürgergemeindepräsidenten Sergio Wyniger die Kompetenz für Sofortmassnahmen zur Entlastung von Schwester Benedikta.

Bürgerrecht für 24 Personen

Im Weiteren sicherte der Bürgerrat auf Antrag seiner Kommission für kulturelle Aufgaben und Einbürgerungen folgenden Personen das Gemeindebürgerrecht von Solothurn zu: Egzona Berisha; Fahira Buljubasic mit Ehemann Ibro und den Kindern Lena sowie Anel; Fikret Dalkiran mit der Ehefrau Aysegül und den Kindern Tuana sowie Eymen; Alfonso Gento Rangel; Angel Gento Rangel; Umut Kaymak; Kathrin Kuckelsberg mit dem Sohn Jakob; Johanna Kuckelsberg; Marta Mengistu; Mongi Salah; Alessio Piazza; Grit Richartz mit dem Ehemann Roland Schmidt-Richartz und den Kindern Carl sowie Elsa; Gjoke Uka mit den Kindern Martin und Viktor.

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