Regio Energie
Energiepreis der Regio Energie geht an die Bosch-Pensionskasse

Zum sechsten Mal hat die Regio Energie ihren Energiepreis vergeben. Dieses Mal ging er an die Pensionskasse der Bosch Schweiz mit Sitz in Zuchwil. Sie besitzt gegen 800 Wohnungen. Werden Liegenschaften renoviert, dann immer im Minergiestandard.

Lucien Fluri
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Regio-Energie-Direktor Felix Strässle (r.) und Verwaltungsratspräsident Kurt Fluri (l.) übergaben den diesjährigen Energiepreis an die Pensionskasse von Bosch Schweiz – vertreten durch Geschäftsführer Marcel Jeker (M. l.) und Stiftungsratspräsident Christoph Bärtschi.

Regio-Energie-Direktor Felix Strässle (r.) und Verwaltungsratspräsident Kurt Fluri (l.) übergaben den diesjährigen Energiepreis an die Pensionskasse von Bosch Schweiz – vertreten durch Geschäftsführer Marcel Jeker (M. l.) und Stiftungsratspräsident Christoph Bärtschi.

Zur Verfügung gestellt

Die Firma Bosch kennt jeder, und die meisten wissen, dass der Weltkonzern auch in Zuchwil produziert. Bis am Montagabend wussten wohl nur wenige, dass Bosch in der Wasserämter Gemeinde auch rund eine Milliarde Franken verwaltet. Denn dort hat auch die Pensionskasse von Bosch Schweiz ihren Sitz. Sie legt das Vermögen von über 2900 Mitgliedern und 1350 Pensionierten an – und das besonders nachhaltig. Für ihr «umweltgerechtes Handeln» erhielt die Pensionskasse gestern im voll besetzten Landhaus den Energiepreis der Regio Energie.

Nachhaltigkeit gelte beim Weltkonzern Bosch als höchstes Prinzip, begründete Stadtpräsident und Regio-Energie-Verwaltungsratspräsident Kurt Fluri die Verleihung. Die Pensionskasse, zu deren Portefeuille gegen 800 Wohnungen gehören, lasse es nicht bei Pinselrenovationen bewenden, so Fluri. Jede Hausrenovation werde nach dem Minergieprinzip durchgeführt. – Ein Beispiel befindet sich etwa am Fichtenweg in der Solothurner Weststadt.

Zehn Stunden für Föhn strampeln

Wie wichtig solche Renovationen sind, mahnte Festredner Lino Guzzella an. Der Rektor der ETH Zürich hält das Energiesparen für den wichtigsten Baustein beim Gelingen der Energiewende – vor Erdgas, Windenergie, Photovoltaik oder Geothermie. «Energie ist heute eigentlich gratis», sagte Guzzella und beeindruckte mit einigen Zahlen: 20 Rappen kostet der Strom, um eine Stunde lang den Föhn laufen zu lassen. Wer die gleiche Menge selbst produzieren will, müsste dafür zehn Stunden lang auf dem Hometrainer strampeln. Es blieben nicht die einzigen Zahlen, mit denen Guzzella beeindruckte. In einem Jahr produziert ein Atomkraftwerk 83 Prozent des Stromes, den es produzieren könnte, wenn es das ganze Jahr lang auf Volllast laufen würde. Bei einer Photovoltaik-Anlage ist das Verhältnis ein anderes: 13 Prozent der jährlich möglichen Maximalleistung erwirtschaftet die sonnenabhängige Anlage. Guzzella wollte das weder als Stellungnahme für Atomtechnik noch als Votum gegen Photovoltaik verstanden wissen. Er plädierte einzig dafür, die Zahlen etwas genauer anzuschauen. «Man muss die Entscheide jetzt so treffen, dass man weiss, was man nachher antrifft.»

Schwankungen als Herausforderung

Als grösste Herausforderung für die Energiewende sieht Guzzella die jahreszeitlich bedingten Schwankungen. So wird im Sommer zu viel Strom produziert, der derzeit jedoch nicht für den Winter gespeichert werden kann. Eine Möglichkeit, das Problem anzupacken, sah Guzzella in der Umwandlung von überflüssig produziertem Strom in Erdgas – ein Projekt, das die Regio Energie auf dem Aarmatt-Areal in Zuchwil gerade aktiv angeht (wir berichteten).

Zufrieden, in einem so dynamischen Gebiet zu arbeiten, zeigte sich Regio-Energie-Direktor Felix Strässle. «Wenn ich 15 Jahre zurückschaue, war das anders», sagt Strässle. Damals seien Stromversorger als relativ träge Verwaltungseinheiten belächelt worden. Heute stünden sie ganz oben auf der Agenda von Politik und Gesellschaft.

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