«Solotutti»
«Energie in Bewegung und Musizieren zu übertragen» – Zentrum für Musik macht sich fit für Umzug

Die private Musikschule passt ihr Programm an und macht sich fit für einen baldigen Umzug. Seit 16 Jahren begleitet «Solotutti» Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene in ihrer musikalischen Entwicklung.

Andreas Kaufmann
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Bereits früh können die Kinder bei «Solotutti» die Welt der Instrumente erkunden.

Bereits früh können die Kinder bei «Solotutti» die Welt der Instrumente erkunden.

Andreas Kaufmann

Die Welt der Klänge erschliesst sich für den Menschen bereits im Mutterbauch. Dass erwiesenermassen bereits ein Fötus ab der 20. Woche «ganz Ohr» ist, macht sich auch das Zentrum für Musik Solotutti seit nunmehr 16 Jahren zunutze.

Das Credo seiner Leiterin Isabella Steffen Meister: «Jeder Mensch ist offen und zugänglich für Musik, hat Freude an ihr und ist in diesem Sinne musikalisch, von Anfang an. Es gibt eine Grundbegabung oder besser ein Grundbedürfnis, auf dem man aufbauen kann.»

Und so adressiert die Bildungsinstitution an der Gurzelngasse 34 ihr Angebot an Menschen zwischen 0 und 99 – und dies in Form von Kursen, Workshops, in Spielgruppen und an Konzerten sowie durch Eltern begleitet, im Einzelunterricht oder in Gruppen. Für Musikpädagogen bietet sich zudem die Möglichkeit von Weiterbildungen im didaktischen Bereich.

Mehr als Spass an der Freude

Für viele Nutzer von «Solotutti» genügt es vielleicht, Musik als ästhetischen Selbstzweck, als Spass an der Freude, zu sehen. Dass mehr dahinterstecke, habe die Forschung längst bewiesen, sagt Steffen: «Denn musikalisches Erleben ist ganzheitlich, es schafft durch seine Vielschichtigkeit auch neue neurale Verbindungen, ist also für die menschliche Entwicklung positiv.» Und bei «Solotutti» gehe es ja um Entwicklung in und mit Musik.

Steffen weiss: «Die Verbindung von kognitiven, handwerklichen, emotionalen und ästhetischen Komponenten ist vielleicht nur in der Musik in dieser Art existent. Dies wollen wir doch nutzen.» Dabei verweist sie auf Erkenntnisse des deutschen Neuropsychologen Lutz Jäncke, wonach die neurologische Anatomie eines Gehirns sogar darüber Aufschluss geben kann, ob ein Musiker Geige oder Klavier spielt.

Und im Zentrum «Solotutti» werden Kinder in diesem Prozess, auf dieser Erkundungstour in der Welt der Klänge begleitet. «Unsere Aufgabe ist, Energie in Bewegung und Musizieren zu übertragen und umgekehrt.» Was Steffen nämlich beobacht: Kinder brauchen Bewegung, Tanz und Singen und wollen Instrumente «spielen» und auf ihnen «komponieren. Und dies nicht nur auf einfachen Rhythmus- und Orff-Instrumenten. Sie wollen ‹richtige› Instrumente.»

Gerade aus diesem Grund hat Meister ihren Angebotsfächer angepasst und bietet ihre Sing- und Musizierkurse für Kinder zwischen dreieinhalb und fünf Jahren neu mit Geigen, Bratschen, Celli, Bässen, Flöten, Klarinetten und Perkussionsinstrumenten an. Und ein Blick in den Praxisunterricht mit Streichinstrumenten zeigt: Die Kinder lernen rasch den Umgang mit den Instrumenten – sorgfältig und kreativ. Lautmalerisch schaffen die Kinder auf Saiten eine Welt, in der Mäuschen krabbeln, Raketen abheben, Regentropfen fallen, Häschen hüpfen und Pferde rennen.

Wichtig für Steffen ist auch, dass die Kinder schnell den Weg in den Unterricht finden und bald einmal auch die Möglichkeit erhalten, in den Ensembles aufzutreten: Entweder im Kinderchor oder im Kinder- und Jugendorchester. «Wir sind der Überzeugung, dass dies der Entwicklung der Kinder zuträglicher ist, als wenn sie zuhause jahrelang ‹im stillen Kämmerchen› üben.»

Ein Umzug steht an

Seit 16 Jahren also begleitet «Solotutti» Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene in ihrer musikalischen Entwicklung. Zunächst an der Rathausgasse domiziliert, wird seit nunmehr zehn Jahren an der Gurzelngasse 34 unterrichtet. Auf kommenden März ist ein erneuter Wechsel angesagt: «Wir ziehen um, und zwar in die dritte und vierte Etage des Buchhauses Lüthy.»

Dies nicht zuletzt aus Kostengründen: «Als Privatschule sind wir finanziell in keiner einfachen Lage», gibt Steffen zu und verweist darauf, dass «Solotutti« nicht aus kantonalen und kommunalen Subventionstöpfen gespeist wird. Die Kosten werden von den Eltern getragen; zudem greifen der Musikschule der Förderverein Solotutti und andere Sponsoren unterstützend unter die Arme.