Ausstellung
Elvira Schneider wurde von Goethe und E. T. A. Hoffmann inspiriert

Mit Bildern der Solothurnerin Elvira Schneider hält erneut eine neue Stilrichtung Einzug in die Ausstellungstätigkeit der Galerie ArteSol. Die geborene Bernerin besuchte bereits als Jugendliche Kurse an der Schule für Gestaltung Bern.

Hans R. Fröhlich
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Zeigt im Vigierhof 33 Bilder: Elvira Schneider.

Zeigt im Vigierhof 33 Bilder: Elvira Schneider.

hrf

Elvira Schneider endeckte bereits als Jugendliche ihre Liebe zur Kunst. Naturalistische Bilder vorwiegend in Aquarelltechnik reduzierten sich im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Stil.

Die Aquarellskizzen verwendet die Künstlerin bis heute als Ausgangspunkt ihrer Arbeiten in Öltechnik. Für die Umsetzung hat Elvira Schneider eine eigenständige originelle Technik entwickelt.

Kurze lockere Pinselstriche oft nur andeutungsweise in organisch wirkender Willkür gesetzt unter Verwendung von drei Graustufen ergeben schliesslich mit dem Einbezug des weissen Malgrundes einen systematischen Aufbau ihrer Arbeiten. Bei Vertauschung von hell/dunkel oder Akzentuierung wie bei der Schattenschrift kann der Betrachter zuweilen eine Ähnlichkeit von Negativen der Celluloidfilmtechnik wähnen.

Moderne Naturbetrachtung

Die gezeigte Reihe «Aufstieg und (Zer-)Fall» zeigt eine moderne Naturbetrachtung. Die Natur reduziert sich zum blossen Nebeneinander von Organischem und Anorganischem.

Die Künstlerin «galvanisiert» Figuren und Landschaften, entzieht ihnen das Unantastbare, um diese in einer Mischung aus Naturstoffen und Edelmetallen wieder zum Leben zu erwecken. Mit der Graustufentechnik gelingt Elvira Schneider auch die Verschmelzung von Architektur und Natur.

Diese Programmatik ist die künstlerische Umsetzung ihres Literaturstudiums, besonders von Goethes wissenschaftlichen Schriften und E. T. A. Hoffmanns romantischer Naturphilosophie, die in verschiedenen Sektoren als Aufstieg und Zerfall am deutlichsten bei «Amor und Psyche in Solothurn» erscheinen und in seiner Einführung von Ruggero Ponzio erläutert worden sind.

Die aus besagter Literatur gewonnenen Eindrücke inspirierten die Künstlerin, als sie der Loire entlang die französischen Schlösser, in Jersey in Stein gehauenen Castles oder das barocke Solothurn sah. Dieses Sujet wie auch Bern bilden Beispiele für die Arbeiten auf Goldgrund analog der Gessotechnik in Acryl und darauf gesetzter Öltechnik.

Einige Porträts und Gesichtergruppen geben Einblick in Schneiders figuratives Schaffen. Die in Solothurn lebende und arbeitend Künstlerin unterrichtet auch in verschiedenen Fächern an der Kantonsschule.

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