Elfjähriges Jubiläum
Einen Blick hinter die Klostermauern werfen beim Jubiläumsfest des Fördervereins Kloster Visitation

Mit einem Kloster-Brocante, Gratiskonzert mit Linard Bardill, Klosterführungen und einem Klosterbeizli feiert der Förderverein Kloster Visitation zusammen mit der Schwesterngemeinschaft am Wochenende vom 28. und 29. August ein grosses Jubiläumsfest.

Silvia Rietz
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Die Schwestern freuen sich auf viele Begegnungen am Klosterfest: Sr. Sukanti, Oberin Sr. Philomena, Sr. Marie-Dominique, Sr. Savith-Mary, Sr. Promila. Es fehlt Sr. Kiran (von links).

Die Schwestern freuen sich auf viele Begegnungen am Klosterfest: Sr. Sukanti, Oberin Sr. Philomena, Sr. Marie-Dominique, Sr. Savith-Mary, Sr. Promila. Es fehlt Sr. Kiran (von links).

Bild: zvg

«Eigentlich wollten wir das zehnjährige Jubiläum feiern. Doch Corona liess es nicht zu. Dank der heiligen Solothurner Zahl 11 haben wir die Chance, das Fest nun ein Jahr später nachzuholen. Auch wenn ein ‹elfjähriges Jubiläum› für auswärtige Ohren komisch klingt», schmunzelt OK-Präsident Boris Rietz. «Das Fest lässt die dicken Mauern durchlässig werden und bietet Interessierten die Gelegenheit, ein bisschen Klosterluft zu schnuppern», fügt er an.

Seit 1646 sind die Visitationsschwestern in Solothurn, seit 1679 im Kloster Visitation ansässig. «Die Klosteranlage ist in ihrer Baustruktur und Substanz vollständig erhalten und eine der letzten Zeugen der einst weitverbreiteten französischen Ordensarchitektur», weiss OK-Mitglied Rudolf Erzer. Gemälde, Skulpturen, Deckenmalereien und liturgi­sche Geräte widerspiegeln in der Kirche und im Konventgebäude die Ge­schichte des Solothurner Klosters und die Zeit der französischen Ambassadoren. «Es ist eine Freude, den Besuchern einige der verborgenen Schätze zu zeigen und einen nachhaltigen Blick auf das klösterliche Leben zu vermitteln», sind sich Verena und Christian Guggisberg einig. Neben den Klosterführungen wartet am Sonntag, 15 Uhr, ein Gratis-Familienkonzert mit dem Bündner Barden Linard Bardill.

Religiöses und Kulinarisches

«Mini-Prix bedeutet nicht automatisch Mini-Wert», meint Kathrin Schlegel. Wegwerfen sei nie die Maxime der Ordensschwestern gewesen, sondern die Dinge, die man besitzt, pflegen und weiterverwerten. «Manchmal erkenne man den Wert der Sachen erst auf den zweiten Blick oder beim Wiederverwerten», fügt die Brocante-Leiterin an. Der Solothurner Unternehmer Olivier F. Zieger engagiert sich im OK und im Vorstand für die Schwesterngemeinschaft: «Die Visitation strahlt Ruhe aus. Eine spirituelle, sinnliche und auch bedrohte Oase zum Auftanken, für die ich mich gerne einsetze.»

«Zu einem Klosterfest gehören aber auch religiöse und kulinarische Angebote», sagt Kassier Alfred Eberhard. Neben dem regulären Sonntagsgottesdienst findet am Samstag, 10 Uhr, eine Festmesse mit dem ehemaligen Weihbischof Martin Gächter und Generalvikar Markus Thürig statt. Für das leibliche Wohl sorgt Christian Schmid von «Fait Maison» aus Günsberg. «Ein Klosterbeizli führen ist etwas ganz anderes als ein ‹normales› Catering. Wir nehmen die Herausforderung an und freuen uns, die Gäste mit Leckerem zu bewirten.» Die fünf indischen Schwestern und die Visitationschwester Sr. Marie-Dominique sehen dem Ansturm gelassen entgegen: «Mit Gottes Hilfe kommt alles gut.»

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