Hilari-Auftakt

Elf Fasnächtler wurden mit «Unoscar» ausgezeichnet

Die mit den «Unoscars» ausgezeichneten Preisträger und ihre Laudatoren.  ww

Die mit den «Unoscars» ausgezeichneten Preisträger und ihre Laudatoren. ww

Zum ersten und zugleich letzten Mal fand in Solothurn die Verleihung der «Unoscars» statt. Der Award für Narren wurde in elf Kategorien wie beispielsweise «Schönstes Kostüm» oder «Mediengeilheit» verliehen.

Nur kurz war diesmal die Verweildauer der Narrenschar in der Vorstadt, denn nach der Kürzestbegrüssung durch Ober-Ober Rosario Bertoli fand sich die ganze Chose in der Säulenhalle wieder. Und zwar zur grossen Awards-Verleihung des erst- und letztmals vergebenen «Unoscars». Kein Geringerer als Filmtage-Boss Ivo Kummer eröffnete den Elfer-Reigen mit einem launigen Zweiminuten-Speak und der theatralischen Öffnung des ersten Kuverts: Den «Unoscar» der Kategorie «Behind the Screens» (hinter den Kulissen) erhielt die Narrenzunft Honolulu.

«The-ever-last-Award» sprach Christoph Sattler dagegen als Repräsentant des Plaketten-Produzenten Gravura dem Hauptgass-Leist zu – er beschliesst bekanntlich immer den grossen Umzug. Sattler kommt übrigens hörbar aus München, «und damit verleih ich der Oawoard-Verleihung den notwendigen internationalen Tatsch.»

«Most-beautiful-costumes-Award»

HESO-OK-Präsident Roger Saudan wartete sogar mit Versen und einer historischen Recherche auf: «Das erste Konfetti aus Papier wurde 1916 am Zibelimäret in Bern eingesetzt. Und gleich wieder verboten.» Sein «Confetisch-Award» ging natürlich an die Konfettistampfer. Weitere Laudatoren waren MFK-Chef Peter Hess, Fritz Fichtner, Altstadt-Schreiber Peter Gisiger oder Bellachs Gemeindepräsident Anton Probst. Eine eigentliche närrische Produktion hielt alt Honolulu-Ober Erich Egli – er überschritt die 2-Minuten-Redelimite deutlich: So beleuchtete er beispielsweise eine Hüslisänger-Anfrage als Referenten fürs neue «Seniorenaquarium» im Tertianum. SVP-Präsident Reinhard Hänggi hatte den «Loud-and-Proud-Award» zu vergeben – «Pro Sesseli» komme dafür sicher nicht infrage. Der entsprechende «Unoscar» ging natürlich an die Schanzennarren. Und sogar Krokodilstränen verdrückte Hudibras-Ober Charlie Schmid, als er den Preis für die mediengeilste Zunft abholte, den «Media-sexiest-Award».

Ausgezeichnet mit dem dekorativen «Unoscar» wurde für sein Lebenswerk durch Funker Hansruedi Flückiger auch der nach 33 Jahren im UNO-Vorstand zurückgetretene ehemalige Pressenarr und Noch-diese-Fasnacht-Umzugs-Chef Pius Rüegger.

Zum absoluten Höhepunkt wurde jedoch die Vergabe des «Most-beautiful-costume-Awards». Stadtschreiber Hansjörg Boll liftete das Geheimnis per Kuvert-Opening: «The Award goes to – Kurt Fluri!» Der Noch-Stadtpräsident bedankte sich artig per Video-Clip mit Untertiteln – leibhaftig absetzen liess sich das aus der Session in Bern herbeigeeilte Stadtoberhaupt dagegen erst mittags durch Honolulu-Ober Peter Keller im Ammannamt.

Lösch-Demo am Märetplatz

«Was tun, wenns in der Beiz brennt?» Diese mehr denn je aktuelle Info liessen sich stadtbekannte Gastro-Grössen wie Andy Zaugg, Gregory Dörfler, aber auch Niklaus Rust oder Werner und Bethli Käser auf dem Märetplatz nicht entgehen. Zur Demo mit brennenden Pfannen, Fernsehern und anderen eindrücklichen Brandsätzen hatten die beiden Honolulu-Novizen Christoph Mathys – im Zivilleben Kanti-Rektor, jetzt als «Professor Witzig» Beizer belehrend – sowie sein Copain Philipp Stucki, amtlich bestallter Feuerwehrmann und jetzt «Spritzer vom Dienst» eingeladen. Natürlich wurde auf damit auf dem Märetplatz nicht nur durch den Cheschtelemuni dem Fasnachtsmotto «sch warm» nachgelebt – jedenfalls bestanden die Novizen die erste Feuertaufe des Tages bravourös.

Die zweite, heftigere, folgte dann am Abend beim traditionellen Umgang der Zunft durch den «Alten Stephan», die «Krone», den «Roten Turm» und die «Wirthen.» Doch schon vorher hatte Umberto Ferrari die Rathaus- in Eselgasse umgeschildert. Und damit ist aus Solothurn bis am Aschermittwoch, dem 9. März, wieder definitiv Honolulu geworden.

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