Kurz vor seinem Tod hatte Stampfli dem damaligen Direktor der Zentralbibliothek, Rolf Max Kully, ein Rohmanuskript übergeben. Jahre hatte der Todkranke in das Werk gesteckt, doch zum Abschluss bringen konnte er es nicht mehr. Seine Mahnung deshalb: «Dies ist kein druckfertiges Manuskript. Es fehlen Belege und Anmerkungen.» Trotzdem machten wir uns letztes Jahr auf Stampflis Spuren und erarbeiteten daraus eine, wenn auch lückenhafte, Zusammenfassung der Solothurner Biergeschichte, die neben der Publikation in der az Solothurner Zeitung auch als Referat zur Eröffnung der Solothurner Biertage diente.

Dabei sind Stampflis Nachforschungen zur reichhaltigen Brauerei-Vergangenheit in und um Solothurn nur ein Kapitel seines Nachlasses. Denn hochinteressant ist auch seine Recherche zur Solothurner Gaststätten-Szene, die eine lange Liste oft längst verschwundener Lokalitäten umfasst. Jedenfalls kam auch Verena Bider, Direktorin Wissenschaftliche Bestände und Sammlungen in der Zentralbibliothek, zum Schluss: «Die Sichtung der Text führte uns rasch zur Überzeugung, dass hier sehr viel Material zusammengetragen sei, das es verdiente, unter dem Namen des Sammlers veröffentlicht zu werden.»

Ein Trio machte sich ans Werk

Die Zentralbibliothek hatte deshalb mit der Stampflis Witwe, Aimée Stampfli, Kontakt aufgenommen. Sie überliess der Bibliothek die Disketten mit dem Nachlass ihres Mannes mit der Verpflichtung, die vorliegenden Entwürfe nicht nur orthografisch, sondern auch stilistisch zu erarbeiten. Hans-Rudolf Binz übertrug nun die handschriftliche Grafik, Patrick Borer überprüfte die Quellen im Staatsarchiv und Felix Nussbaumer übernahm die Schlussredaktion.

Obwohl für Forschende noch viel zu tun wäre – aber auch vieles zur Verfügung steht –, eröffnet die elektronische Publikation doch spannende Einblicke in die reiche Bier- und Beizenkultur Solothurns vor allem im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Info Das 119-seitige Dokument findet sich unter www.zbsolothurn.ch «Aktuelles»