Authentica

Einzigartig muss es sein: Für Massenware hat es hier keinen Platz

Die Messe «Authentica» wird an ihrem ersten Tag rege besucht – das Motto der Aussteller: die Reduktion aufs Wesentliche. Im Garten des Kapuzinerklosters gibt es Pasta-Spezialitäten, Heil- und Gewürz-Kräuter, Biogemüse und vieles mehr.

«Organisator Urs Bucher sucht für die Authentica authentische Spezialisten», lacht Peter Gschwend von der Nudelwerkstatt «La Martina», während er einer Kundin Pasta mit Pesto schöpft. Die Schlange vor dem Gartentor gibt dem Nudelproduzenten recht: Die Besucher wollen nicht nur Klosterluft schnuppern und sich mit Diversem eindecken, sondern einen Event erleben und den Klostergarten mit seinen lauschigen Ecken geniessen. Dort fügt sich der Stand mit Heil-, Gewürz- und Ritualpflanzen von Christian Schaller ganz natürlich in die Umgebung ein. Wem vom vielen Sehen der Magen knurrt, kann eine Vorspeise degustieren. Zwar darf er sich nur mit Schauen an der Tomaten- und Gurkenkommode von Biogemüse Maurer laben, dafür aber bei den Rohkost-Häppchen zugreifen.

Auf dem ganzen Areal locken Tische und Bänke zum Ausruhen und Verköstigen ein. Mitten im Grün spielt ein Jazz-Trio, das von Kinderaugen bestaunt und von Erwachsenen beklatscht wird. Ein würziger Duft lockt in die Festwirtschaft, wo Gill Allenbach Pilzpastetli nach Grossmutters Rezept zubereitet. Im Topf garen Champignons und Stockschwämmchen der Pilzfarm Stockental. «Wir sind das zweite Mal hier und total begeistert. Da wir regelmässig auf dem Solothurner Markt anzutreffen sind, ergänzt sich dies ideal», lobt Allenbach, der Freiland-Pilze am Hofstand anbietet. Weine und andere Essenzen runden das Gastroangebot ab.

Die Kollektion vor dem Beichtstuhl

Im Klosterinnern zeigen Handwerker ihr Sortiment. Im ehemaligen Chor werden Schmuck, edle Schreibwerkzeuge und Artikel aus der Buchbinderei von Matthias und Christiane Grimm aus Twann feilgeboten. «Mich fasziniert die geballte Ladung Kreativität, die hier versammelt ist. Jeder hat sich genau überlegt, wie er seine Waren ausstellt. Jeder Verkaufsstand hat den genau richtigen Platz erhalten, alles ist fantasievoll bestückt», freut sich Christian Grimm. Auch das Publikum schätzt die Vielfalt und Qualität der Stücke. Selbst gefertigte Ketten, Ringe, modische Accessoires, Seidenschals, Hüte und Kleider – wo noch vor einigen Jahren Mönche im Chorgestühl knieten und beteten, stellen nun Boutiquen Exklusives zur Schau. Im Refektorium und in der Sakristei reiht sich ein Hingucker an den nächsten. Wer durch den Kreuzgang schlendert, kann sich mit Raucherwaren und Pfeifen eindecken oder ein Parfum ausprobieren.

In einer Klosterzelle sitzt Johanna Eschmann am Webstuhl und demonstriert, wie Stoffe entstehen. Neben Seidenstoffen am Meter bietet die Textilkünstlerin auch selbst gewobene Geschirrtücher an. Die Kunst der Effekte findet sich auch in der Klosterkirche. Heinz Roth ist der Spezialist für Rosshaarmatratzen. Seine Kollektion zeigt er vor dem Beichtstuhl, was auf eine alte Klosterweisheit hinweist: Mit Absolution schläft man besser. Das gilt wohl auch für den, der sich auf Matratzen aus Niederbipp bettet. Im Sakralraum ist jeder Winkel belegt: Selbst das Weihwasserbecken beherbergt bunt Gemischtes. Ein klösterlich-kreativer Gewerbeevent, der noch bis Sonntag zu bewundern ist.

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