Das Künstlerhaus präsentiert seit einigen Jahren das vom kantonalen Kuratorium für Kulturförderung preisgekrönte bildnerisch-künstlerische Schaffen und möchte es einem breiten Publikum vorstellen.

Die mit kantonalen Förderpreisen ausgezeichneten jungen Kunstschaffenden erhalten nun zusammen mit dem Preis die Möglichkeit, im Rahmen einer Gruppenausstellung im Künstlerhaus ihre Arbeiten bekannt zu machen.

Fragile Kompositionen

Franziska Baumgartner, 1987 in Solothurn geboren, lebt und arbeitet in Basel. Die Experimente mit Materialien verschiedenster Art machen die Werke von Franziska Baumgartner zu Spielwiesen kreativer Auseinandersetzungen. Jüngst sind es PVC-Folien, die sie mit Pigmenten einfärbt, zu Rauminstallationen verarbeitet. Installationen, die begehbar, berührbar sind und so die Besucherinnen und Besucher das Material wie auch die Räumlichkeiten neu entdecken lassen.

Durch die Überlagerung der eingefärbten Folien entstehen grossformatige, flüchtige Malereien im Raum. Im Künstlerhaus zeigt Franziska Baumgartner neue Arbeiten, in denen sie Lebensmittel als Grundlage für fragile, temporäre Kompositionen im Raum verwendet.

Gruppe von Gemälden

Matthias Huber (35) wuchs in Breitenbach auf. Seine Gemälde bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen Intuition und gezielter Komposition. Farbe und Farbkombinationen spielen eine ebenso grosse Rolle wie deren Verhältnis zur Fläche, zum Bildträger und zur Gesamtkomposition.

Der Künstler zeigt eine Gruppe von Gemälden und Zeichnungen, die zwar als Einzelbilder zu verstehen sind, aber dennoch stark miteinander und übereinander kommunizieren. Die Gemälde bilden zusammen ein Spiel aus Zeichen, die sich gegenseitig zu erklären versuchen oder ihre Herkunft untereinander verhandeln.

Absurde Comics

Denis Klook wurde 1984 in Olten geboren und wuchs in Hägendorf auf. Seit einigen Jahren lebt er in Olten. Denis Klook möchte mit einem Förderpreis sein interessantes Comic-Projekt mit dem Arbeitstitel «Pummel» vorantreiben. «Pummel» soll nicht nur witzig sein, sondern auch nachdenklich stimmen sowie Jugendliche und Erwachsene gleichermassen ansprechen. Im Comic-Buch geht es um einen kleinen, untersetzten Mann mittleren Alters, der in seinem Alltags- und Sozialleben immer wieder Rückschläge erleidet. Der Künstler präsentiert primär Comics aus seiner Reihe «Absurdia», die diverse Themen jeweils auf ein bis vier Seiten satirisch beleuchten und humorvoll-provokativ sind.

Abtauchender Fotograf

Der Fotograf Simon Kneubühl, 1983 geboren, ist im Kanton Bern aufgewachsen und seit 2008 in Solothurn wohnhaft. 2012 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit als freier Fotograf. Kneubühl sieht sich als junger Fotograf, der auf Risiko setzt und seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat. In seinen Bildern kommt das Interesse am Gegenüber zum Ausdruck. Das zeigt etwa die Serie der Porträts, die in den vergangenen Jahren für die Ausstellung Autentica entstanden sind. Im Künstlerhaus zeigt er Bilder aus seiner Serie «Diving into Space», in der er verblüffende Unterwasserporträts geschaffen hat.

Zwei zusammen auf Reisen

Daniel Tschumi und Erin Mallon lernten sich 2007 beim Reisen kennen. Danach studierten sie gemeinsam Kunstvermittlung am Institut Lehrberufe für Gestaltung und Kunst in Basel. Die beiden Kunstschaffenden teilen einen langen Austausch über ihre eigenen Arbeiten sowie ihr Interesse am Reisen, der sich im Projekt «News from Nowhere» zu einem gemeinsamen Dialog entwickelt.

Tschumi und Mallon verliessen ihr Zuhause in Basel im Mai 2015, um mit Velos Richtung Osten zu reisen. Diese Reise ist ein Versuch, das was sie als Kunst verstehen ins Zentrum ihres Alltags treten zu lassen. Die Arbeit, die sie im Rahmen der Preisträgerausstellung im Künstlerhaus zeigen, ist Teil dieses Projektes. «Package from Nowhere». In den drei Collagen «Strawberry Horizon», «Projection Horizon» und «Market Girl’s Horizon» beschäftigen sie sich mit einem zentralen Teil ihres Reisealltags. (khs)

Bis am 13. September.