«Wir möchten den Club Eleven in Langendorf» - so solidarisiert sich die Partygemeinde der Region mittels Online-Initiative für den Tanztempel, der nach zwölf Jahren das Sauser-Areal räumen muss (wir berichteten). Knapp 670 Unterzeichner klickten mit und stellen sich damit hinter die Absichten der Veranstalter Markus Moerler und Olcay Sahin, neu im leeren Industriegebäude von Bucher Hydraulics in Langendorf Fuss zu fassen.

Doch der Gruppe tanzfreudiger Fürsprecher steht eine Anzahl an Einsprechern gegenüber. Dies teilt auf Anfrage der Langendörfer Bauverwalter Urs Zaugg mit. Nach der am Donnerstag abgelaufenen Einsprachefrist für das Umbau- und Umnutzungsgesuch des Industriebaus liegen sowohl Sammel- als auch Einzeleinsprachen vor. Genau beziffert Zaugg die Anzahl an Einsprechern gegen das neue «Eleven» jedoch nicht. «Sagen kann ich lediglich, dass viele von ihnen im südlich gelegenen Hüslerhof-Quartier zuhause sind», so Zaugg.

Inhaltlich fokussieren sich die Einsprachen auf mehrere Problemfelder: Zum einen wird Lärm befürchtet, der von Partygängern auf dem Heimweg verursacht würde oder durch Suchverkehr zustande käme. Ebenfalls wird wildes Parkieren im Quartier prophezeit. Auch beschäftigen sich die Einsprachen mit möglichen Litteringproblemen im Umfeld der künftigen Partystätte. Voraussichtlich am 10. Juni wird das Dossier der Einsprachen in der Langendörfer Baukommission behandelt. «Danach können die Bauherren Stellung nehmen.» Allenfalls folgt zudem eine Einspracheverhandlung.

Viele «Wenn-dann»-Mechanismen

Sicherlich wird die Firma Eleven Management GmbH nun die Einsprachen analysieren lassen: «Wir haben Profis, die uns in diesem Prozess beraten und unterstützen», sagt Markus Moerler. Dazu zähle auch ein Rechtsanwalt mit Spezialgebiet Baurecht. Vorab stellt Moerler fest, dass es sich bei den meisten Einsprachen um Ängste handle: «Die wenigsten haben sich die Mühe gemacht, das Baugesuch zu studieren. Die Ängste sind in 80 Prozent der Fälle durch das ‹Gespenst› Kofmehl geschürt.»

Der Skepsis setze das «Eleven» gute und stichhaltige Konzepte gegenüber. «Unsere Gäste sind erwachsen und motorisiert und hängen nicht herum, bis der erste öV fährt.» Ein bereits erstelltes Lärmgutachten zeige weiter auf, dass keine Grenzwertüberschreitungen zu erwarten sind. Darüber hinaus betont Moerler, dass das «Eleven»-Personal für die Reinigung des Perimeters nach jedem Anlass verantwortlich zeichne. Und auch mit wildem Parkieren in den Quartieren rechnet er nicht: «Es gibt genügend Parkplätze in unmittelbarer Nähe.»

Natürlich ist sich Moerler aber auch der vielen «Wenn-dann»-Mechanismen bewusst, die das Vorhaben zu Fall bringen oder zumindest hinauszögern könnten. Aus seiner Sicht ist das Projekt wegen dieser ersten Hürde der Einsprachen aber längst nicht zum Scheitern verurteilt. «Wir wollen das Gebäude so oder so kaufen.» Und zwar soll eine Aktiengesellschaft gegründet und dafür eine Zahl an Privatinvestoren gefunden werden, «die an unser Geschäftsmodell glauben.» Eine weitere Hürde liegt im Vorkaufsrecht, das die benachbarte Firma Truninger als frühere Besitzerin der Liegenschaft geltend machen könnte.

Verstreicht die übliche 30-tägige Frist allerdings ungenutzt, wollen Moerler und Sahin ihr Vorhaben mit einem Kaufpartner realisieren und die seit fünf Jahren leerstehende Liegenschaft unter sich aufteilen. «Und was wir nicht brauchen, vermieten wir gemeinsam weiter.» Die Möglichkeit fasst er auch ins Auge, falls der gewünschte Startschuss fürs «Eleven» noch nicht im Herbst fallen sollte. «Das Problem, das wir bei der Suche nach einer Liegenschaft hatten, haben andere auch. Sollte uns also ein Bein gestellt werden, machen wir aus der Not eine Tugend, vermieten die Liegenschaft weiter und warten ab, bis es reif ist, den Club aufzubauen.» Dieser soll im Übrigen neu auch Plattform für Theater, Konzerte und andere Anlässe bieten.