Einsiedelei
Einsiedlerin Verena verlässt die Verenaschlucht und zieht ins Altersheim

Verena Dubacher hat ihre Anstellung als Einsiedlerin aus gesundheitlichen Gründen gekündigt und die Einsiedelei St. Verena bereits verlassen. Sie ist ins Altersheim gezogen. Nach 600 Jahren war sie die erste Frau, die in der Verenaschlucht lebte.

Wolfgang Wagmann
Drucken
Teilen
Verena Dubacher in der Einsiedelei. (Archiv)

Verena Dubacher in der Einsiedelei. (Archiv)

Urs Lindt

«Es war ihr gesundheitlicher Zustand, der sie zu dem Schritt bewogen hat. Es wurde immer schlimmer, und auf Anraten des Arztes hat sie deshalb die Einsiedelei verlassen», erklärt Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger zum Exodus von Verena Dubacher aus der Schlucht, die seit jeher ihren Namen trägt.

Wohin sie umgezogen ist, kann Wyniger «auf ihren Wunsch» nicht verraten. Nur soviel ist noch zu erfahren: Es waren körperliche und nicht etwa psychische Beschwerden, welche die Einsiedlerin nun zum Ausstieg bewogen hatten.

Gegenüber dem «Regionaljournal Aargau Solothurn» konnte Wyniger dann aber doch sagen, dass Verena Dubacher ins Altersheim gezogen sei

Nicht nur beliebt

Das Medienecho war anfangs 2009 riesig gewesen, als mit der heute 68-jährigen Religionspädagogin erstmals eine Frau als Eremitin und Nachfolgerin von Bruder Johannes in die Einsiedelei gewählt wurde.

Der damalige Bürgerammann Christoph Oetterli begrüsste die Wahl auch insofern, als er Verena Dubacher «handwerkliches Geschick» attestierte. Die Bürgergemeinde Solothurn als Arbeitgeberin liess zudem die Klause in der Einsiedelei für rund 175 000 Franken wieder her- und einrichten.

Kurz vor Ostern 2009 konnte dann Verena Dubacher in ihr renoviertes Domizil einziehen, das sie im Gegensatz zu ihren Vorgängern auch ganzjährig bewohnte. Allerdings bekundete sie schon bald einmal Mühe mit dem Rummel um ihre Person und zog sich zeitweilig für einen Tag pro Woche ins Kloster zurück.

Nicht nur die zunehmende Anlassdichte von Hochzeiten, Andachten und sonstigen Treffen am Kraftort Einsiedelei machten Verena Dubacher zu schaffen, auch wurden ab und zu Konfliktsituationen mit Hundebesitzern in der Schlucht manifest.

Die Bürgergemeinde allerdings schätzte ihren ausgeprägten Ordnungssinn und ihre Bemühungen, die Schlucht und Einsiedelei mit den beiden Kapellen St. Verena und St. Martin in gutem, sauberen Zustand zu halten.

Wie es weitergeht

«Zur Regelung der Nachfolge von Verena Dubacher wurde eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Bürgergemeinde und der Gesellschaft der Einsiedelei eingesetzt», lässt die Bürgergemeinde in einer Medienmitteilung verlauten.

Die wichtigsten Aufgaben übernehme Dubachers Stellvertreterin, und das Beseitigen von Abfall in der Verenaschlucht werde durch Solodaris-Mitarbeitende gewährleistet. «Auch können die bereits reservierten Termine für Taufen und Hochzeiten in der Martinskapelle eingehalten werden», bestätigt Bürgergemeindepräsident Wyniger.

Die Einsiedler-Tradition in der Verenaschlucht geht Jahrhunderte zurück: Bereits 1442 ist erstmals «ze sant Ferenen» der Wohnsitz eines Eremiten bezeugt; ab 1588 lässt sich dann eine lückenlose Reihe von Einsiedlern nachweisen.

Der wohl bekannteste unter ihnen war Bruder Arsenius, der im 18. Jahrhundert in jahrzehntelanger Arbeit den Kapellenbereich hinten in der Schlucht mit gestaltet hatte.

Aktuelle Nachrichten