Solothurn
Einige Gottesdienste an Heiligabend sind bereits ausgebucht

30 statt 1'000 Personen in der St. Ursen-Kathedrale. Wegen der Coronapandemie sind nur Gottesdienste im kleinen Rahmen möglich.

Fabio Vonarburg
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Über die Festtage sind auch in der St.Ursen-Kathedrale maximal 30 Personen im Gottesdienst erlaubt. (Archivbild)

Über die Festtage sind auch in der St.Ursen-Kathedrale maximal 30 Personen im Gottesdienst erlaubt. (Archivbild)

Solothurner Zeitung

Für viele ist der Besuch eines Gottesdienstes an Heiligabend eine lieb gewonnene Tradition. Entweder bevor, oder nachdem sie im Kreis ihrer Familie Weihnachten feiern. Dementsprechend gut besucht sind am 24. Dezember jeweils die Kirchen im ganzen Land, auch in der Stadt und der umliegenden Gemeinden von Solothurn.

Dieses Jahr ist wegen der Coronapandemie so vieles anders. Auch an Weihnachten, trotz der minim gelockerten Massnahmen. So dürfen im Kanton Solothurn über die Festtage jeweils bis zu 30 statt 15 Personen einem Gottesdienst beiwohnen. Dass damit in diesem Jahr die Nachfrage viel grösser ist als das Angebot, zeigt folgender Vergleich: In einem normalen Jahr besuchen bis zu 1000 Personen den Mitternachtsgottesdienst in der St. Ursen-Kathedrale. «Es gab auch schon Jahre, in denen Leute wieder gegangen sind, weil sie keinen Platz mehr in der Kirche gefunden haben», sagt Karl Heeb, Präsident der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Solothurn.

Wer auch in diesem Jahr gerne den Gottesdienst in der St. Ursen-Kathedrale besucht hätte, ist bereits zu spät. Sämtliche Gottesdienste vom 24. und 25. Dezember der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Solothurn sind ausgebucht, wie auf der Website zu lesen ist. Ebenso der Gottesdienst am 27. Dezember. Am Samstag, 26. Dezember, waren Stand Montag 18 Uhr noch die Hälfte der verfügbaren Plätze zu haben.

So müssen die Mitarbeiter der Kirchgemeinde derzeit viele Anfragen negativ beantworten und auf das Live-Angebot des Bistums Basel verweisen. Aus der Solothurner Kirche St.Joseph werden Gottesdienste übertragen. Der nächste solche virtuelle Gottesdienst ist am 25. Dezember um 17.30 Uhr mit Bischof Felix Gmür. «Wir versuchen das Beste aus der Situation zu machen», sagt Heeb, der bedauert, dass der Kanton Solothurn strenger als der Bundesrat ist. Der Bundesrat hat für Gottesdienste maximal 50 Personen vorgesehen.

Bei der Reformierten Kirchgemeinde Solothurn ist jeweils an Weihnachten der Familiengottesdienst «Liecht hole» sehr beliebt und wäre dieses Jahr vom Schweizer Fernsehen übertragen worden. Doch wegen Corona wurde das bereits 2019 aufgegleiste Vorhaben abgesagt. «Das schmerzt», sagt Kirchgemeindepräsidentin Barbara Fankhauser, die darauf hinweist, dass die bestbesuchtesten Gottesdienste in diesem Jahr doppelt geführt werden. Unter Einhaltung der Schutzmassnahmen, wie sie betont.

In der Stadtkirche war der eine der beiden Familiengottesdienste am Montagabend bereits ausgebucht, für den anderen hatte es noch wenige Plätze. Noch mehr freie Plätze gab es in Gottesdiensten in anderen Gemeinden, wie etwa in Oberdorf oder Bellach. Doch auch ausserhalb der Stadt wird es schliesslich nicht immer für alle Platz haben, die in der Kirche dabei sein möchten.

Für jene, die den Gottesdienst nicht besuchen können, hat sich die Reformierte Kirchgemeinde etwas ausgedacht. Vor der reformierten Stadtkirche kann man sich zwischen 15.30 Uhr bis 22 Uhr individuell die persönliche Laterne anzünden gehen und das Licht nach Hause tragen. Zudem steht eine Karte bereit, mit der Anleitung für eine kleine Feier für Zuhause.