Erstmals verlegte die Brass Band Solothurn ihr Adventskonzert in die Kirche des Kapuzinerklosters. Es bekam dadurch einen Tick mehr Feierlichkeit und fast etwas Intimität. Die wurde zwar nicht gesucht, aber sicher dankbar akzeptiert. Ganz bewusst wählte die Brass Band ein Programm, das nicht ausschliesslich dem Advent oder gar der Weihnacht verpflichtet war. Genau die Hälfte ihrer Beiträge waren oder enthielten zumindest Soli. Die kamen in dieser stimmigen Atmosphäre besonders gut zur Geltung.

Den Anfang machte Thomas Strähl mit «Minnie the Moocher». Diesen Jazz-Song von 1929 von Cab Calloway und Irving Mills verarbeitete Bob Casey eigentlich zu einem Bass-Posaunen-Solo. Strähl bewies, dass sich das Solo auf der B-Tuba mindestens ebenso spektakulär präsentiert wie auf der Posaune .

Eine Etage höher gefiel ein weiteres Solo. Die wohl bekannteste Stelle aus Giacomo Puccinis Oper «Turandot» ist zweifellos «Nessun Dorma», die Arie des Prinzen Kalaf. Der Arrangeur Thomas Wyss fand diese Tenor-Arie sei die ideale Vorlage für ein Posaunensolo. Niemand in der Kirche zweifelte danach daran.

Anders als bei diesen beiden wurde das dritte Solo genau für dieses Instrument komponiert. Der britische Erfolgskomponist Paul Lovatt-Cooper schrieb es 2014 sogar für eine bestimmte Person und eine bestimmte Band, nämlich Zoe Hancock und die Black Dyke Band. Mit 6 Jahren entdeckte diese Zoe Hancock das Flügelhorn und wurde ein Star damit. Den Schmelz dieses wunderbaren Instruments vermochte auch der Flügelhornist der BBS in die Kirche zu zaubern. Diesem René Bohner stand nach diesem getragenen «By Trevone Bay» ein abrupter Stilwechsel an. In «Light Walk» des australischen Heilsarmee-Komponisten Barrie Gott waren nämlich jazzige Klänge des Flügelhorns gefragt.

In nochmals höheren Tönen beeindruckte ein weiteres Solo. Claudia Pürro erarbeitete sich dafür den zweiten (Andante) und dritten (Allegro) Satz des wohl bekanntesten Trompetenkonzertes. Howard Lorriman hatte mit dieser Bearbeitung für B-Cornet und Brass Band sicher nicht den Anspruch die Strahlkraft der Trompeten heutiger Aufführungen von Joseph Haydns Trompetenkonzert in Es-Dur mit Sinfonieorchester zu erreichen. Seine Vorstellung könnte aber durchaus näher beim originalen Klang von 1796 mit Klappentrompete liegen.

Die Aufgabe, diese Klasse-Solovorträge zu verbinden erleichterte die Adventszeit schon etwas. Dabei half etwa der von Phiilip Sparke arrangierte und raffinert interpretierte «The Little Drummer Boy». Wirklich feierlich wurde es bei der Zugabe. Da wurden die LED-Beleuchtungen der Notenpulte ausgeschaltet und echte Kerzen entzündet. Gespielt wurde fein und gepflegt ein wunderschönes Arrangement in dem zeitweise «Stille Nacht» zu erkennen war. Passender hätte der Schluss nicht sein können. Wirklich niemand dachte da an eine zweite Zugabe.