Künstlerhaus 11
Eine Zeitreise durch das Leben des Grenchner Künstlers Ferdinand Kaus

Das Lebenswerk des Grenchners Ferdinand Kaus wird als Zeitreise inszeniert. Bis zum 5. März ist die Ausstellung noch zu sehen. Eine Gesprächsrunde über den Künstler findet am 3. März statt.

Helmuth Zipperlen
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Im Künstlerhaus 11 sprachen Thomas Schärli, Marta Kaus, Fritz Breiter, Franco Müller und René Walter über Ferdinand Kaus und dessen Lebenswerk. Michel Lüthi

Im Künstlerhaus 11 sprachen Thomas Schärli, Marta Kaus, Fritz Breiter, Franco Müller und René Walter über Ferdinand Kaus und dessen Lebenswerk. Michel Lüthi

Michel Luethi

Die beiden Kuratoren Franco Müller und Fritz Breiter machen die aktuelle Ausstellung im Künstlerhaus 11 mit Bildern und Skulpturen von Ferdinand Kaus (1908–1996) zum spannenden Erlebnis. Frühwerke werden neben die späteren Arbeiten gehängt, sodass die künstlerische Entwicklung augenfällig wird.

Erinnern die Frühwerke an Bilder von Anker oder Hodler, so fand Kaus mit der Zeit zu einem abstrakten Stil voll klarer Linien und satten Farben. Nach Studien in München, Wien, Paris und anderen künstlerisch relevanten Orten, liess er sich an seinem Geburtsort Grenchen nieder. Aber er war von Solothurn angetan und stolz darauf, dass er 1955 erstmals mit anderen Grenchner Künstlern hier ausstellen konnte. Er baute am Landhausquai die Most-Wirtschaft um und eröffnete 1963 den «Chutz». Es gelang ihm, nicht nur Gäste zu bewirten, sondern Kultur in Form von Konzerten und Theater zu beherbergen. «Jazz im Chutz» hat sich bis heute gehalten. Die Wände des Restaurants schmückte er selbstverständlich mit seinen Werken. «Ich versuche, jedem Bild etwas von meinem Optimismus mitzugeben,» zitierte Thomas Schärli Kaus in seiner Einführung in die Ausstellung.

Ein Vorbild für junge Künstler

Zu Lebzeiten hatte Ferdinand Kaus Ausstellungen in München, Wien und anderen europäischen Städten. Das Künstlerhaus 11 bemüht sich, junge Künstler der Öffentlichkeit vorzustellen, doch das solothurnische Kunstleben hat eine Geschichte und an diese sollen von Zeit zu Zeit Retrospektiven erinnern.

Als die junge Fotografin Nina Dick das Atelier von Ferdinand Kaus besuchen durfte, wurde sie durch die Fülle und die Qualität der dortigen Werke überrascht. Ihr Telefonanruf an die Ausstellungsmacher des Künstlerhauses war der Startschuss zu dieser Ausstellung.

Marta Kaus, die Wittwe und Nachlassverwalterin des Künstlers, half in ihrer liebenswürdigen Art mit, die nun gezeigten Werke auszuwählen. Sie traf unter den zahlreichen Vernissagebesuchern auch ehemalige Weggefährten des Künstlers. Ferdinand Kaus war nicht nur Wirt, Industrieller, Offizier, Maler, Skulpteur, sondern auch Sänger. Thomas Schärli erwähnte denn auch, dass Kaus in einem Theaterchor mitsang, auf einer Bühne, deren Bühnenbilder er gestaltet hatte.

Vieles ist vergänglich, geblieben sind aber seine Werke voller frecher Formen und Farbgebung. Einige davon wirken wie Karikaturen auf bestehende Meisterwerke, eben mit Witz und Optimismus, den Charakterzügen, die Ferdinand Kaus auszeichneten.

Die Ausstellung dauert bis 5. März. Am 3. März kommt es um 19 Uhr, zu einer Gesprächsrunde über den Künstler.