Die Betreuung und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung ist nie ein abgeschlossener Prozess. Neue Angebote und markante Änderungen in der solothurnischen Sonderschullandschaft führten zum Zusammenwachsen von Institutionen und stetiger Struktur- und Qualitätsverbesserung. 

Kaum jemand hat dies so deutlich miterlebt und mitgestaltet wie Ursula Hediger, die nach 24 Jahren Einsatz für die Stiftung für körperbehinderte Kinder, die sie fast zwei Jahrzehnte präsidierte, im Juni zurückgetreten ist. «Sie war eine würdige Botschafterin des Schulheims und des Zentrums für körper- und sinnesbehinderte Kinder (ZKSK AG)», fasste Rudolf Bieri, Präsident des ZKSK-Verwaltungsrats, ihre grosse Arbeit für den Erfolg der Institution zusammen.

Sie begleitete den Zusammenschluss des Schulheims mit dem CP-Zentrum Solothurn und setzte sich nachdrücklich für das reibungslose Zusammengehen mit der Oensinger Organisation «Das Kind im Zentrum» (DKIZ AG) ein. Neben allen betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten habe Ursula Hediger ihre Fröhlichkeit und ihr mitfühlendes Herz für Kinder ausgezeichnet. Als ihr Nachfolger wurde Walter Bänninger gewonnen, der bereits drei Jahre im Stiftungsrat tätig ist.

Eine Zeit der Konsolidierung

Inzwischen darf ZKSK-Geschäftsführerin Christine Bigolin sich nach drei intensiven Jahren am Abschluss der Verhandlungen, in die Stiftungsrat und alle ZKSK-Behörden involviert waren, mit der DKIZ AG erfreuen. Bis zu einem möglichen Ausbau im Schul- und Therapiezentrum Schöngrünstrasse dürfte jetzt eine Zeit der Konsolidierung folgen. Die DKIZ-Liegenschaft samt Betrieb sind nun Teil der Solothurnischen Stiftung Schulheim. Unter diesem gemeinsamen grossen Dach werden an drei Standorten erweiterte Dienstleistungen erbracht.

Seit diesem Sommer befinden sich der audiopädagogische und der visopädagogische Dienst in Oensingen. Dies entspricht einem Auftrag des Kantons, der Frühförderung, Beratung der Eltern und Begleitung an der Regelschule für Kinder mit einer Sinnesbeeinträchtigung in die ZKSK-Hände legte. Anja Kehm Andres übernahm am Standort Oensingen die Nachfolge der DKIZ-Leiterin und Inhaberin Helen Heutschi, die in den Ruhestand wechselte.

Anschluss an die Berufswelt

Kehm Andres stellte im ZKSK-Jahresbericht den Umfang aller hier erhältlichen sonderpädagogischen Massnahmen vor. Juliana Betschart gab einen Einblick in die Therapiemöglichkeiten der Institution ebenso wie Schulleiter Patrik Lischer, der die Sonderschule mit ihren vielfältigen heilpädagogischen Fördermöglichkeiten vorstellte. Unterrichtet werden im Schuljahr 2015/16 85 Kinder und Jugendliche.

Sek-B-Schülerinnen und Schüler haben ihre obligatorische Schulzeit abgeschlossen und eine berufliche Anschlusslösung gefunden. Christina Schulze berichtete als Standortleiterin Werkhofstrasse über die ambulant hier vermittelten Trainings- und Unterstützungsprogramme in den Bereichen Logopädie, Ergotherapie, Psychomotorik und Physiotherapie.