20 Jahre lang sorgte der Gastronom Ernst Schär für die Verpflegung in der Solothurner Badi. Seit diesen Herbst geniesst er aber den Ruhestand. Jetzt steht fest, wer in Nachfolge Schärs ab nächsten Mai zum Saisonstart die Badigäste bewirten und verwöhnen wird. Wie die Stadt Solothurn als Verpächterin der Badi in einer Medienmitteilung bekannt gibt, kommt die Suteria Chocolata AG in die Kränze. Das hiesige Unternehmen stach damit acht Mitbewerber – Einzelpersonen und Teams aus Stadt, Region aber auch ausserkantonal – in einem Konkurrenzverfahren aus.

Erfolgreiche Suche nach Partner

Die Abteilung Hochbau des Stadtbauamtes hatte einen Nachpächter für die Betreuung des Selbstbedienungsrestaurants und des Kiosks gesucht. 40 Sitzplätze im Innern und 250 Sitzplätze auf der Terrasse bietet das Restaurant. Aareseitig beim Kiosk kommen knapp 30 Plätze hinzu. Bei den hohen Frequenzen im Freibad musste ein Gastropartner gefunden werden, der die Besucherzahlen bewältigen kann. Immerhin verzeichnete die Badi über die vergangenen 20 Jahre durchschnittlich 130'000 Besucher pro Saison. An Spitzentagen pilgern bis zu 5000 Wasserratten ins Freibad.

Umso mehr legte die Stadt «grossen Wert darauf», einen professionellen und innovativen Partner zu finden. «Als Café- und Gastrobetrieb mit grosser Event- und Cateringerfahrung bringen die innovativen Unternehmer das nötige Know-how mit», so das Lob seitens der Stadt. «Uns ist es wichtig, dass der Betrieb professionell geführt wird, sich die neue Pächterin für Nachhaltigkeit engagiert und ihr Angebot den Bedürfnissen der Kundschaft anpasst», heisst es weiter. Zudem habe gerade die Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben im Auswahlverfahren einen hohen Stellenwert gehabt. Darüber hinaus habe die Suteria auch dadurch überzeugt, dass sie den grössten Teil ihrer Produkte selbst herstelle.
Auch der Stellenwert der Ausbildung sei ein Faktor gewesen, sagt auf Anfrage Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamtes: Von 90 Angestellten der Suteria sind deren 10 Lernende.

Was ändert sich?

Seitens der Suteria stelle das Restaurant im Freibad eine optimale Ergänzung zu ihren anderen Betrieben in der Stadt dar, steht weiter in der Mitteilung. Und: Auch die Nähe zum Produktionsstandort an der Hans-Huber-Strasse bringe dank der schnellen und einfachen Logistik Synergieeffekte. «Der Fokus wird auf frische Produkte gesetzt, welche täglich in der Produktion Hans-Huber-Strasse, sowie aber auch vor Ort im Restaurant hergestellt werden», sagt Suteria-CEO Michael Brüderli. «Grundsätzlich ist es das Ziel, die gewohnte Suteria Qualität auch im Badi Restaurant anzubieten.» Das Angebot soll sich auch an Gäste richten, die am Mittag eine schnelle, ausgewogene Mahlzeit suchen, kündigt Brüderli an.

Ebenfalls werde ein neues Kassensystem eingeführt, das neue Zahlungsarten (Kreditkarten, Twint, Kundenkarte) erlaube. Im Rahmen der Badi-Gesamtsanierung ist zudem mittelfristig ein behindertengerechter Personenlift geplant, der auch als Warenlift genutzt werden kann. «Jedoch muss dem Kredit für die Gesamtsanierung noch an der Urne 2020 zugestimmt werden», weiss Andrea Lenggenhager.

Flexibilität beim Personal

Wie sich das Badi-Team zusammensetzen wird, weiss man vonseiten der Suteria heute noch nicht. Fest steht für Brüderli, dass die sonst schwächeren Sommermonate der anderen Standorte mit dem Freibad-Restaurant ausgeglichen werden können. «Das bedeutet auch, dass wir Mitarbeiter, die auf Stundenlohnbasis arbeiten, mehr beschäftigen können.» Dies gelte sowohl für bestehenden Suteria-Mitarbeiter, aber nach Möglichkeit auch für Personal aus dem bestehenden Badi-Team.