Rudolf-Steiner-Schule
Eine Schule beackert ihr steiniges Land

Im letzten Winter kaufte die Rudolf-Steiner-Schule den «von Allmenhof» westlich des Schulgeländes. Die neu gewonnene Fläche soll mithelfen, Pläne der Schule zu realisieren. Seit dem Kauf hat die Schule erste Aktivitäten entfaltet.

Beatrice Kaufmann
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Die Bauarbeiten der SBB hindern die Rudolf-Steiner-Schule zurzeit daran, die landschaftliche Planung voranzutreiben. Wolfgang Wagmann

Die Bauarbeiten der SBB hindern die Rudolf-Steiner-Schule zurzeit daran, die landschaftliche Planung voranzutreiben. Wolfgang Wagmann

Solothurner Zeitung

«Als Erstes wollen wir das Gelände von aussen beleben. So hat die dritte Klasse eben ihren Acker angelegt und Winterweizen gesät», erzählt Joseph Aschwanden, Lehrer an der Rudolf-Steiner-Schule, auf Anfrage. Ausserdem seien zwei Esel bei ihnen «eingezogen». Das Winterfutter für die Tiere haben die Kinder selbst produziert.

Noch ist die Kapazität klein

«Unter Mithilfe der Schüler und Schülerinnen wurde ‹geheut›», erzählt der Pädagoge. Die meiste landwirtschaftliche Arbeit finde im Rahmen der «Bauernepoche» statt, welche Teil des Lehrplans der dritten Klasse sei. Die Idee sei es, den Kindern den bäuerlichen Alltag früherer Zeiten nahezubringen. So soll sich laut Lehrplan das Bewusstsein der Kinder für ihre Umgebung stärken. «Die Schüler haben zum Beispiel den Pflug selbst gezogen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was eine Maschine eigentlich leistet.» Das Unterfangen bringe ausserdem neue pädagogische Herausforderungen mit sich; beispielsweise die landwirtschaftliche und die schulische Arbeit unter einen Hut zu bringen. «Als ‹geheut› werden sollte, hatten die Fünftklässler, die Gartenbau als Fach haben, eigentlich Unterricht.»

Das Haupthaus des Allmenhofs sollte eigentlich von einem Pädagogen bewohnt werden. «Dies ist finanziell leider noch nicht möglich», erklärt Aschwanden. Daher sei derzeit ein von der Schule unabhängiger Mieter im Haus wohnhaft. An Interessenten mangle es aber nicht. «Wir haben viele Bewerbungen erhalten von Menschen, die sich als Naturpädagogen angeboten haben.» Weiter erläutert Aschwanden: «Wir haben eine Entwicklungsgruppe, welche an einer Gesamtplanung des Areals arbeitet.» Da die Lehrer die Schule selbst verwalten, sei jedoch die Kapazität momentan zu klein, um in grösseren Schritten vorwärts zu kommen. Zudem bauen die SBB zurzeit Lärmschutzwände südlich des Grundstückes, was die Realisierung weiterer Projekte vorläufig blockiere.

Starke Unterstützung durch Eltern

Ebenfalls blockierend sind die Finanzen. «Das Projekt war für uns eine finanzielle Zerreissprobe», gesteht Aschwanden. Dennoch können die Mehrkosten derzeit durch die Erhöhung des Schulgeldes gedeckt werden. «Für die Resthypothekarschuld möchten wir das aktuelle Budget jedoch nicht weiter belasten.» Daher, und um weitere Projekte realisieren zu können, sei man auf Spenden angewiesen. Für den Kauf des Hofs habe man zinslose Darlehen bekommen. «Die Eltern ehemaliger Schüler haben uns stark unterstützt.» Geplant sei aber noch vieles. «Wir hätten gerne einen Saal mit einer Theaterbühne.» Dies sei möglich, da knapp 4000 Quadratmeter des Geländes Zone für öffentliche Bauten sei. «Ausserdem wäre es ein Ziel, den zweiten Kindergarten und die Oberstufe wieder einzugliedern.» Diese befinden sich momentan an anderen Standorten als die Primarstufe.

Und was sagen die Schüler zu «ihrem» neuen Grundstück? «Den Kindern gefällts sehr.» Einerseits finde die Arbeit draussen, andererseits auch der vergrösserte Pausenraum Anklang. Für die Schule bringt das neue Gelände viel Arbeit mit sich. Und man wird nicht nur auf dem Acker die Ärmel hochkrempeln müssen.

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