Keller vollgelaufen

Eine schöne Neujahrsbescherung in Solothurner Quartier

Das Jahr 2013 begann für sechs Hausbesitzer im Solothurner Ziegelmattquartier unerfreulich: Am Neujahrsmorgen waren ihre Keller mit Quellwasser gefüllt. Jetzt geht es darum, wer den Schaden zwischen 150000 und 200000 Franken übernimmt.

«Am Silvester war ich um 23.30 Uhr zuletzt im Keller. Da war noch alles trocken. Um 2 Uhr morgens weckte mich das Alarmsignal der Tiefkühltruhe.» Dieser war aber laut Theo Muntwyler bereits nicht mehr zu helfen. Denn das Wasser stand mittlerweile 50 cm hoch in den Kellerräumen, wo der Rentner auch seine Modell-Eisenbahnanlage des Typs H0 betreibt. «Einige Waggons musste zum Trocknen auf die Seite stellen. Die Anlage habe ich noch nicht in Betrieb genommen, ich weiss nicht, ob sie noch funktioniert.»

Ausgestiegen war im Wohnhaus an der Ziegelmattstrasse auch die vor einem Jahr eingebaute Gasheizung, und auf dem Vorplatz kündet eine prallvolle Mulde von dem, was noch vor einer Woche im Keller der Familie Muntwyler gestanden hatte. Ähnlich war es weiteren Nachbarn vor allem am Quellenweg gegangen, wo ebenfalls Mulden vor den Hauszugängen von der fatalen Silvesternacht zeugen.

Quelle mit zuviel Wasser

Ursprung des Desasters war offenbar eine Quelle ganz oben am Quellenweg gewesen, die auch die Stadtbrunnen speist. Nach den Starkniederschlägen im Dezember war die Quelle so ergiebig gewesen, dass die Brunnstube der Wasserfassung überlief und sich das Wasser in die Meteor-Kanalisation des Weges ergoss. Wohl wurde das neue Bächlein bemerkt, und auch telefonisch den Verantwortlichen gemeldet. Da das Wasser aber ablief, wurde noch am Silvesterabend nichts dagegen unternommen.

Offenbar war jedoch die Abwasserleitung zwischen der Ziegelmatt- und Brüggmoosstrasse verstopft und so bildete sich ein Rückstau in die Keller mit Anschlüssen an die Meteorleitung. Erst als ein Kanalisationsreinigungs-Unternehmen - es war nebst der Feuerwehr aufgeboten worden - die verstopfte Leitung nach einer Stunde freigemacht hatte, «floss das Wasser in den Kellern ab.» Doch die Schäden waren nicht mehr zu vermeiden, und was Theo Muntwyler wie die meisten Leidensgenossen im Quartier besonders ärgert: Ihre Mobiliar-Versicherung will für den Schaden nicht aufkommen. So stehe es im Kleingedruckten des Versicherungsvertrags. Nun ist die Stadt, respektive das für die Kanalisation verantwortliche Tiefbauamt am Abklären, warum die Meteorleitung verstopft war. «Wenn der Schaden in unsere Verantwortung fällt, wird unsere Haftplichtversicherung den Schaden decken», meint Gaston Barth, Leiter des städtischen Rechtsdienstes.

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