Solothurn

Eine Löwengrube für die regionale Kunstszene

Daniel Eymann führt die Galerie «Löiegruebe»an der Löwengasse 10 in Solothurn seit einem Jahr.

Daniel Eymann führt die Galerie «Löiegruebe»an der Löwengasse 10 in Solothurn seit einem Jahr.

Seit einem Jahr zeigt die Galerie «Löiegruebe» in Solothurn Malerei. Zurzeit gibt es die Arbeiten des Günsbergers Urs Fuss zu entdecken.

Seit einem Jahr schon ist die Galerie «Löiegruebe» aktiv, nach und nach wird sie nun auch bewusster wahrgenommen. Man hat 2016 bereits erste Ausstellungen bestritten, unter anderem mit dem gebürtigen Luzerner und seit 2015 in Solothurn lebenden Künstler Jürg Ottiger, der mit zum Ausstellungsteam der Balsthaler Galerie Rössli gehört.

Und auch das Ausstellungsprogramm für 2017 steht bereits. Die nächste ausstellende Künstlerin wird Anna Schüpbach sein. Sie hat einige Jahre lang die Ausstellungen in der Galerie Rössli kuratiert.

Eine weitere Galerie auf dem gut bestückten Kunstplatz Solothurn also. Der Frage, ob es in Solothurn noch eine Kunstgalerie braucht, steht Galerist Daniel Eymann, der eine Ausbildung zum Bühnenmaler/
Bühnenplastiker mit Schwerpunkt Malerei in Berlin absolviert hat, seit 11 Jahren beim Konzert Theater Bern als 1. Theatermaler und Lehrlingsausbildner arbeitet und ebenfalls als Künstler tätig ist, positiv und enthusiastisch gegenüber. Er möchte mit seinem Ausstellungsprogramm – vor allem Malerei der eher ungegenständlichen Richtung – als bereichernd betrachtet werden.

Woran man sich möglicherweise nicht mehr erinnert: Es gab bereits vor zehn Jahren im gleichen Gebäude an der Löwengasse kurzfristig eine Galerie, geführt unter dem Namen «Atelier 2» von den Kunstschaffenden Madeleine Grünig (Bern) und Werner Eymann (Solothurn).

Nun hat Daniel Eymann die Idee dieses Ausstellungsortes wieder aufgegriffen und haucht den Räumlichkeiten im Tiefparterre an der Löwengasse 10 als Galerie, Kultur- und Begegnungsort neues Leben ein.

Sechs Ausstellungen pro Jahr

Vorgesehen sind sechs Ausstellungen pro Jahr und eine Zwischennutzung als Atelier einmal pro Jahr, um jenen Kunstschaffenden, die nicht direkt in Solothurn beheimatet sind, die Möglichkeit zu einem Platz zum Malen zu bieten.

Daniel Eymann, Sohn von Werner Eymann, hat den Raum bis auf den Kern ausgehöhlt, von Grund auf neu aufgebaut, und mit den weiss gestrichenen Wänden und den malerisch aufgefrischten Deckenbalken das intime Ambiente einer kleinen Kunstgalerie geschaffen mit dem Ziel, «offen, kreativ und neugierig zu sein».

Mit dem Rüttener Urs Fuss zeigt nun die «Löiegruebe» einen Künstler, der sich in der Atmosphäre dieses Ausstellungsortes mit seiner Malerei wohl und verstanden fühlt.

Seine letzte Ausstellung

Für den bald 76-jährigen Urs Fuss, Günsberger Kulturpreisträger von 2004, soll diese Ausstellung die Letzte sein. Vielen ist Urs Fuss von Ausstellungen in der Region bekannt, sein künstlerisches Werk vertraut. Er hat sich seit längerem von der gegenständlichen Interpretation der Natur, von Stillleben, Landschaften gelöst und sucht nun die Natur in ihrer Ganzheit, als Wirkung und Erleben von besonderen Momenten, Stimmungen und vertieften Wahrnehmungen. Das «Naturgetreue» ist für Urs Fuss und seine Malerei nicht mehr so wichtig, sondern vermehrt die Seele, das innere Wesen der Natur, die Kraft ihrer Farbklänge und das kompositorische Zusammenspielen dieser Farben als Erinnerung und als Vision zugleich. Landschaftliches, Pflanzen und Blüten, ja auch Düfte, Farbblühendes, Steinernes.

Alles scheint sich in Farben, Formen und Rhythmen aufgelöst zu haben, die der Maler mit einem bewegten Spachtelauftrag auf der Leinwand zu unvergänglichen Farbteppichen und lichten Farbmosaiken fügt und verdichtet. Das Gegenständliche, das vordergründig eindeutige Detail der Natur ist den Details der sich vernetzenden Farben gewichen, aber die Natur im weitesten Sinne bleibt Inspiration und Ideal.

Eine Distel bleibt eine Distel, auch in der Abstraktion, eine Herbstaster bleibt eine Herbstaster, ein Sonnenaufgang bleibt ein Sonnenaufgang - nur sind jetzt die Grenzen fliessend zwischen den einzelnen Motiven, die Natur geht in der Farbpalette ineinander über.

Bis 18. Februar. Geöffnet: Do 17–20 Uhr, Fr 17–20 Uhr mit einer kleinen Lesung von Urs Fuss, «Meine Provence». Samstags: 15–18 Uhr, Sonntag 29. 1. und 12. 2., jeweils 10.30– 14.30 Uhr lädt Urs Fuss zum kleinen Sonntags-Apéro ein. Finissage: Freitag, 18. 2.,
15–18 Uhr.

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