Ein Wechselbad von Gefühlen, Themen und Musikstilen erlebten die zahlreich erschienen Besucher des 34. Neujahrkonzertes im grossen Saal des Konzertsaales.
Mal jazzig, mal poppig, mal bissig, mal tiefsinnig und meist laut präsentierte sich Tanja Baumberger mit ihrer Band, die unter dem Namen fe-m@il seit längerer Zeit mit Liedern, Songs und Texten die Kleinkunstbühnen in der Schweiz und im Ausland erobert. Die Sängerin und Entertainerin im rosaroten Tüll-Petticoat und mit glänzenden High Heels hatte für den traditionellen Neujahrsmorgen einiges aus ihrem breiten Konzertrepertoire hervorgeholt und im Saal ein wahres Feuerwerk entfacht.

Dem Anlass angepasst strotzte das Programm vor Eigenkombinationen. Neben Schmerz und Tränen und einer nicht ganz jugendfreien Bettgeschichte widmete sich die stimmgewaltige Sängerin mit selbstdarstellerischem Talent genüsslich auch banaleren Themen wie einem Rezept von Betty Bossy, das einen Whisky-Rausch auslöste, und tat gesanglich kund, wie wichtig es ist, für das innere Gleichgewicht Yoga zu machen. Überhaupt: Lebensfragen und Ratschläge zu einem sinnvolleren Leben sind ganz Tanja Baumbergers Sache. Schade, dass die Musik die Texte oft übertönte.

Liebeserklärung an Solothurn

Seit Ende der 1990er Jahre gibt es die Formation fe-m@il mit der in Oensingen lebenden Tanja Baumberger an der Spitze. Nach den Anfängen mit Klavier und Flöte als Begleitung kam später das erste Album mit Band zustande. Diese formiert sich heute aus der Pianistin Marlis Walter, mit der Tanja Baumberger eine lange künstlerische Freundschaft pflegt und David Jegge (Bass). Neu dazugekommen ist der Schlagzeuger Johannes Gutfleisch, der im Konzertsaal seinen ersten Auftritt hatte. Zu Gast war Vera Held, die an der Violine ihr Können zeigte.

Natürlich durfte am Neujahrskonzert die Liebeserklärung «Mis Soledurn» nicht fehlen. Die lokalpolitische Ode ist ein beredtes Zeugnis vom Heimweh der Interpretin nach «St. Urse» und «dr Aare» während der Zeit, als sie in Amsterdam lebte und dort ihren Mann kennen lernte. Mit ihm zog sie später zurück in die Schweiz.

Natürlich konnte auch das diesjährige Neujahrskonzert nicht ohne Zugabe enden und bestand – wie konnte es anders sein – aus der Wiedergabe von «Mis Soledurn». Zu einer Standing Ovation reichte es nicht ganz, aber freuen durfte sich die Formation mit ihrer temperamentvollen Leaderin über einen langanhaltenden, ehrlichen Applaus.

Wie jedes Jahr wartete im Kleinen Saal ein Apéro auf die vielen Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher. Offeriert wurde dieser von der Stadt. In gelöster Stimmung stiess man auf das neue Jahr an und liess die Melodien in den Ohren weiterklingen.

Mit wenigen Worten begrüsste auch Stadtpräsident Kurt Fluri. Nebst der Freude über die einheimische Bandformation blickte er zurück auf die in den vergangenen Jahren getätigten Investitionen im Kulturbereich und erinnerte daran, dass nun – wie an der Gemeindeversammlung genehmigt - der Sportbereich an die Reihe komme.