Eine Fahne gehörte zum Solothurner Füsilier Bataillon 51. Die Nummer hatte es mit der Truppenordnung 1874 erhalten. Seine Fahne wird in der Sonderausstellung «14/18»– die Schweiz und der grosse Krieg» wieder zu sehen sein. Sie wurde mit beträchtlicher finanzieller Unterstützung durch den Verein Freunde des Museums Altes Zeughaus von der Textilrestauratorin Stefanie Göckeritz wieder hergestellt.

Ein Krieg, der alles umkrempelte

Museumsleiterin Claudia Moritzi führte die Mitglieder des Freundeskreises in die am 8. Juni beginnende vierteilige Sonderausstellung mit dem Untertitel «Wie der Krieg die Schweiz veränderte» ein. Sie stellte den Krieg vor, der, so glaubten alle, nur von kurzer Dauer sein würde, der dann vier Jahre dauerte, und zu Umwälzungen und Erschütterungen geführt hatte, wie kaum ein Ereignis zuvor.

Auch die Schweiz war davon stark betroffen, obwohl sie von Kampfhandlungen verschont blieb. Der Ausnahmezustand des Krieges hatte soziale und politische Verwerfungen zur Folge, nicht zuletzt, weil zuerst eine Kriegskonjunktur gefolgt von wachsender Not zu verzeichnen war. Der letzte Ausstellungsteil zeigt das Kriegsende und Landesstreik.

Fast wie Chirurgie

Stefanie Göckeritz führte die anwesenden Mitglieder des Vereins «Freunde des Alten Zeughauses» mit einem spannenden Referat in die Arbeit der Textilrestauration und deren vielfältige Facetten ein. Auf eine Zieldefinition zusammen mit dem Auftraggeber: «Was soll erreicht werden?», folgt die Wahl der zu verwendenden Materialien. Wenn immer möglich bleibe man dabei so nahe es geht bei den Originalen, moderne Kunststoffe sind oft nicht sehr geeignet.

Dasselbe gilt für die Farben – die geflickten Stellen dürfen sich nicht von der Umgebung abheben. Genäht wird oft mit Nadeln, die aus dem medizinischen Bereich stammen, geklebt wird nur, wenn nichts anderes übrig bleibt. Die Entscheide für Material- und Vorgehenswahl sind häufig abhängig von Ursachen der Schäden, die bei der restaurierten Fahne zum Teil durch das häufige Aufwickeln an der Fahnenstange verursacht wurden. Nach ihrem Referat wurde Stefanie Göckeritz von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit Fragen in Beschlag genommen, zu faszinierend sind Details ihrer Arbeit.