Ausstellung
Eine Ausstellung mit Farben, Licht und Leichtigkeit

In der Galerie Christoph Abbühl zeigt Sonya Friedrich in ihrer Ausstellung «Erde entgeht dem Himmel nicht» neue installative Raum-Arbeiten, in deren Zentrum wiederum Transparenz, Licht und Leichtigkeit stehen.

Eva Buhrfeind
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Der ganze Galerie-Raum wird zur Installation. Sonya Friedrich setzt ihr Thema Transparenz fort.

Der ganze Galerie-Raum wird zur Installation. Sonya Friedrich setzt ihr Thema Transparenz fort.

Eva Buhrfeind

«Erde entgeht dem Himmel nicht» – so geheimnisvoll und poetisch sich der Ausstellungstitel von Sonya Friedrich gibt, so fragil und geheimnisvoll präsentiert sich die raumfüllende, lichte Installation in ihrer verspielten Poesie und zartfarbenen Transparenz, durchwachsen von Pflanzen, Natur, Licht und Luftigkeit. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Sonya Friedrich mit dem Thema Transparenz, Transparenz auch der Farben, mit dem Licht wie dem Lichten, dem Fliegen wie dem Schweben, dem Leichten und Fragilen, in die hinein auch das Pflanzliche, Blüten, Gräser, die Feinheit der Natur spiegelt.

In der Galerie Christoph Abbühl entführt die in Bellach lebende und im Solothurner Atelier arbeitende Künstlerin mit ihrer eigenwilligen Raumarbeit in ein märchenhaftes Kabinett: An einem die Decke umkreisenden, von einem transparenten Kunststoffschlauch umhüllten Kupferrohr hängen bei einem Windspiel an feinen durchsichtigen Nylonfäden zahlreiche kleinere und grössere Bildnisse auf Glas, kleine Objekte in loser, dabei konsequenter Folge. Die Bilder – es sind mancherlei Zeichnungen oder Fotografien, geschichtet, verwoben, vernetzt auf Glasplatten gedruckt – schweben im Wechselspiel mit kleinen Gerätschaften, Konstruiertem, Gefundenem, Plastikblümchen, allerlei Objekten, aber auch Tirggeln, Holzlöffeln, kleinen Besen, Lindenblüten und anderen Pflanzenteilen auf unterschiedlicher Höhe lautlos im Raum. In versponnen leiser Bewegung scheinen sie aus Zeit und Raum entrückt.

Diese bunte und doch transparente Installation ist die Weiterführung ihrer Raumarbeit im Kantonsspital Olten, wo sie mit dem Werk «Lindenblüten» aus 118 vergoldeten, handgefertigten Lindenblüten über mehrere Etagen den Lichthof sterntalermässig bespielt. Die sanfte Flugdrehung der fallenden Lindenblüten, Luftiges und Fliegendes gab auch hier den Grundgedanken, eröffnet in der Galerie Christoph Abbühl eine wundersame wie imaginäre, feinfarbige Wunderwelt voller Assoziationen. Vertrautes, Verfremdetes, Sichtbares und Märchenhaftes zieht den Betrachter mit ein in ein fantasievolles Panorama aus schwebenden Gedanken und luftigen Bildmomenten, die in rätselhaften Beziehungen zu stehen scheinen.

Im zweiten Raum scheint dieses Panoptikum durch die Wand zu einem kaum sichtbaren Netz aus Fischerfaden zu wachsen, deren Kreuzungen mit schwarzem Seidenpapier umwickelt sind. Auch hier wird der Raum zu einer fliegenden Geschichte, zum Hauch einer Illusion. Die kleinen Glashäuser dann inszenieren sinnbildhafte Geschehen, kleine ästhetische Arbeiten, die dem Betrachter eigene Geschichten eröffnen.

Bis 2. Februar 2013. Geöffnet: Do und Fr, 15–19 Uhr, Sa, 14–17 Uhr. Die Galerie ist über die Festtage bis 9. Januar 2013 geschlossen. Am Do, 17. Januar 2013, ab 18.30 Uhr, findet ein Gespräch zwischen Eva Inversini, Leiterin Kunsthaus Grenchen und der Künstlerin Sonya Friedrich statt.

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