Kurz vor der Badi-Eröffnung Anfang Mai. In der Nacht haben Profis den Tresor im Kassenraum fachgerecht aufgetrennt. Tausende Franken an Abo-Geldern sind weg. Zuletzt machten aber weitere Einbrüche in Solothurn die Runde. Am Herrenweg gabs einen, als die Hausbewohner tagsüber mal kurz weg waren.

Und noch ein Fall schreckt auf. Er passierte ebenfalls bei hellstem Tageslicht, nicht zu vergleichen mit dem jüngsten, spektakulären Nachtüberfall auf das Millionärs-Ehepaar Beller im fernen Zürich.

Einbruch bei Glamour-Paar Irina und Walter Beller

Einbruch bei Glamour-Paar Irina und Walter Beller

Gezielt auf den Tresor los

«Von elf bis ein Uhr Mittags war rasch niemand zuhause.» Das nutzte(n) der oder die Profis eiskalt aus. Nach dem Einbruch ins Zweifamilienhaus im Steingrubenquartier fehlte nur der Tresor. «Sonst war nichts ungerobsi», so der Hausbesitzer (Name der Redaktion bekannt). Weg waren der ganze Familienschmuck und die Uhrensammlung mit etlichen Erinnerungsstücken, aber auch die Armeepistole. «Wo sollte ich die sonst aufbewahren als im Tresor?», fragt sich der Hausbesitzer, immer noch entgeistert über die Dreistigkeit der Täterschaft.

Offenbar verfügte diese über einen Metall-Detektor – «den hat ja heute jeder Sanitär» –, mit dem gezielt der Tresor angepeilt und dann aus der Verankerung gewuchtet wurde. Nicht eingebrochen wurde dagegen beim zweiten Hausbewohner, der sogar noch eine halbe Stunde vorher, um 12.30 Uhr, heimgekehrt war.

Besonders schlimm sei der Einbruch für seine Frau, meint der Hausbesitzer, müsse man doch nach diesem Vorfall sogar tagsüber damit rechnen, bei der Heimkehr in die eigene Wohnung auf Einbrecher zu treffen.

Keine Einbruchswelle

«Wir berichten nur von Einbrüchen, wenn es zu Serien kommt», tönt es beim Mediendienst der Kantonspolizei. Und tatsächlich sieht trotz drei bekannten Vorfällen in den letzten Wochen die Statistik wenig dramatisch, ja ernüchternd aus: In der Stadt Solothurn gabs seit dem 1. Mai nur gerade vier Einbrüche, drei davon in Privatliegenschaften. Im Vorjahr waren es im selben Zeitraum neun – alle in Privatliegenschaften.

Eine Einbruchswelle liegt nicht vor, trotzdem ist die Verunsicherung gross. Und im Kanton sieht es doch etwas anders aus: In den letzten 40 Tagen wurden 72 Einbrüche registriert – also drei auf nicht einmal 48 Stunden im Durchschnitt. Bevorzugte Beute laut der Kantonspolizei: «Bargeld, PC, Mobiltelefone, Schmuck, Alkohol und Zigaretten.»