Stadttheater Solothurn
Einblick in den Umbau des Stadttheaters: Neue Zeugen aus der Bauzeit entdeckt

Der Umbau am Solothurner Stadttheater förderte neue Zeugen aus der Bauzeit zutage. Es wurden Originalmalereien des Malers Felix Josef Wirz gefunden. Diese werden nun restauriert und schon bald wieder in altem Glanz erstrahlen.

Wolfgang Wagmann
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Auch die Holzbalken, welche die Galerien tragen, stammen aus den Baujahren 1778/79.

Auch die Holzbalken, welche die Galerien tragen, stammen aus den Baujahren 1778/79.

Andreas Kaufmann

«Dendrochronologische Untersuchungen haben belegt, dass auch die Brüstungsbalken aus der Zeit des Theaterneubaus 1778/79 stammen», freute sich Denkmalpfleger Stefan Blanc über noch mehr «Originalzutaten» zum ältesten Theater der Schweiz.

Ist doch Solothurn mit den überraschend aufgetauchten bemalten Brüstungsplatten aus denselben Jahren klar die Stadt mit dem einzigen Barocktheater, denn die bisher älteste Spielstätte in la Chaux-de-Fonds entstand erst in den 1830er Jahren.

Natürlich wurde auch das hiesige Stadttheater mehrmals umgebaut, zuletzt 1936 im grösseren Stil. Umso euphorischer die Stimmung bei Blank, dass die Originalmalereien des Solothurner Malers Felix Josef Wirz aufgetaucht waren.

Viele nutzten die Gelegenheit, in die Baustelle reinzuschauen
19 Bilder
Foyer
Blick auf die freigelegten Balkone
Blick auf die freigelegten Balkone
Chefin Stadtbauamt Solothurn Andrea Lenggenhager im Gespräch mit Besuchern der Veranstaltung
Haus der Theateradministration
Kantonaler Denkmalpfleger Stefan Blank erklärt den Stand der Arbeiten
Kantonaler Denkmalpfleger Stefan Blank
Kantonaler Denkmalpfleger Stefan Blank
Lukas Reichmuth, Chef Hochbau Stadtbauamt
Andrea Lenggenhager, Chefin des Stadtbauamts Solothurn

Viele nutzten die Gelegenheit, in die Baustelle reinzuschauen

Andreas Kaufmann

«Die Malerei ist restaurierbar»

Detailliert schilderte der Denkmalpfleger die Restaurationsarbeiten an den aus dem Theater in ein Atelier verbrachten Holzplatten. Auch ein Schreiner sei beigezogen worden, der mithilft, das «Puzzle» um die richtige Platzierung der Platten zu lösen.

Denn seltsamerweise hätten sich solche aus der oberen Brüstung mit den besser erhaltenen «Vorhangmalereien» in die untere Anordnung «verirrt». Dort sind - allerdings schlechter erhaltene - Musikmotive die Dominante. «Die aufgeklebte Papiertapete aus späteren Zeiten musste minutiös entfernt werden, mit Feuchtigkeit, Spachtel oder Heissluft.»

Dennoch sei nie ganz zu vermeiden gewesen, dass Teilchen der Farbe sich mit der Tapete lösten. «Aber», so Blank, «die Malerei ist restaurierbar.» Und nach dem Finish der wieder montierten Platten im Haus «können Sie sich auf eine tolle Sache freuen».

Alte Balken, neue Möglichkeiten

Kosten und Termine im Griff

Projektleiter Lukas Reichmuth, Chef Hochbau des Stadtbauamts, informierte auch über die Terminplanung und die aufgelaufenen Kosten. So könne der Baumeister Ende März seine Arbeiten abschliessen und dann werde nur noch die Inneneinrichtung vorgenommen. «Im Oktober will das Stadttheater wieder einziehen und Ende Januar 2015 sollen die ersten Aufführungen stattfinden. Es wird zwar eng, aber es sollte klappen.» Von den insgesamt 65 Aufträgen seien 81 Prozent vergeben; noch 9 Prozent der Submissionen seien ausstehend. Auch zeigte sich Reichmuth zuversichtlich, dass der Kredit für den Umbau von total 19,5 Mio. Franken nicht überschritten wird. «Nach den derzeitigen Kostenprognosen können wir im Kreditrahmen abschliessen.» (ww)

Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt, begrüsste und informierte die Anwesenden im Krieghaus, dessen älteste Teile bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen und das 2004 von der Stadt für die Theatererweiterung bei einem Umbau erworben worden war.

Neu soll es die Cafébar im Parterre, die WC-Anlagen im Obergeschoss, Garderoben und einen Mehrzweckraum erhalten - es ermöglicht aber auch neu den zweiten Theatereingang von der Südseite, der Fischergasse her.

Ein Durchbruch stellt die Verbindung zwischen dem neuen und bisherigen Trakt her, und an der Nahtstelle wird auch der Personenlift für maximal acht Personen eingebaut, der das Haus behindertengerecht erschliesst.

Apropos behindertengereicht: Von den noch 268 (vorher waren es über 280) Sitzplätzen werden fünf für Rollstuhlbenützerinnen und -benützer reserviert sein.
Ein neues Stahlfachwerk hat die zuvor ungenügende Statik des Stadttheaters im Brandfall sichergestellt.

«Aber soweit als möglich werden im Krieghaus und in der Administration die alten Balken weiterverwendet», erklärte Projektleiter Lukas Reichmuth, wobei in Letzterer dies im erwarteten Ausmass möglich sein wird.

In den Obergeschossen wurde zudem schon mit dem Innenausbau begonnen; im Dach wird die gesamte Haustechnik untergebracht sein.