Solothurn

Ein zweiter Lockdown im Spätsommer wäre fatal für die HESO

Wenn der HESO-Aufbau mal begonnen hat kostet eine Absage viel Geld.

Wenn der HESO-Aufbau mal begonnen hat kostet eine Absage viel Geld.

Der grösste Anlass in Solothurn ist die Herbstmesse Solothurn HESO. Die Aussteller wären da, und alles ist soweit aufgegleist. Doch kann die Messe, die in zehn Tagen über 100'000 Besucher anzieht, stattfinden? Noch bleiben fünf Monate Zeit.

Der Lockdown ist Tatsache und niemand weiss, wie lange noch. So richtet sich der Blick auch auf noch weit entfernt scheinende Grossveranstaltungen wie die Herbstmesse Solothurn HESO. Sie soll vom 15. Bis 27. September stattfinden – doch bereits mussten in der Region die Mai-Messe MIA in Grenchen, die Eigenheim-Messe in Solothurn und einige weitere Gewerbemessen abgesagt werden. Angesichts des Datums im Frühherbst gibt sich jedoch HESO-OK-Präsident Urs Unterlerchner entspannt: «Wir haben glücklicherweise noch lange Zeit. Und derzeit läuft alles im Courant normal.»

Der Anmeldeschluss sei gewesen und die diesjährige Herbstmesse ‑das Budget liegt jeweils bei 1,8 Mio. Franken ‑ wieder ausverkauft. «Allerdings haben wir die Standverteilung noch nicht vorgenommen.» An der zehntägigen Messe vor dem Baseltor beteiligen sich jeweils gegen 280 Aussteller, und bisher hat Unterlerchner bei ihnen noch keine Nervosität verspürt. Im Gegenteil. Es gebe noch welche, die unbedingt an der HESO teilnehmen möchten – auch weil ihnen wegen der aktuellen Absagen-Welle anderswo keine Messe-Präsenz möglich gewesen war. «Und irgendwann müssen die Unternehmen ja wieder Geld verdienen.»

Der ungünstigste Moment wäre wenn ...

«Die Standmieten werden auch erst nach der Standverteilung in Rechnung gestellt», erklärt der OK-Präsident. «Aber selbstverständlich spielen wir auch mit unseren Lieferanten alle möglichen Szenarien durch.» Das schlimmste für Unterlerchner wäre, wenn der Lockdown aufgehoben würde, und dann nach dem Aufbau-Beginn der Messe wegen eines Aufflackerns der Pandemie wieder verhängt würde. Den «Point of no return», also das letztmögliche Zeitfenster für den Entscheid über eine Absage oder Durchführung der Messe sieht er denn auch nach den Sommerferien.
Angesprochen auf ein allfälliges Wegbrechen von Ausstellern, die bis dann in existenzielle Schwierigkeiten geraten sind, hält Unterlerchner fest: «Wir zwingen niemanden, an der HESO teilzunehmen.» Bis jetzt habe man zwar viele Kontakte mit Ausstellern gehabt, aber noch nichts von einer möglichen Absetzbewegung gespürt. «Es gibt zwar Rückfragen, aber keine Absagen.» Und weiter: «Wir wissen, wie die finanziellen Polster der Aussteller aussehen, und wir wollen sie nicht überstrapazieren.»

Die Sonderschau bleibt auf Kurs

Speziell im Zeichen der 2000-Jahr-Feier soll auch die diesjährige Sonderschau der HESO stehen. «Die Vorbereitungen laufen, und wir sind auf Kurs», bestätigt Urs Unterlerchner. Man stehe im Austausch mit der Stadt und den Sponsoren. «Die Sonderschau soll eine Plattform für das Regionale Gewerbe werden und dieses in Mittelpunkt stellen». So gehe es gerade in dieser Zeit darum, die aktuelle Situation der Wirtschaft aufzuzeigen. Noch völlig offen ist auch die Durchführung des traditionellen HESO-Forums im Juni, doch wäre dieses für den OK-Präsidenten «nicht zwingend».

Und sollte der Worst case der Total-Absage tatsächlich eintreffen, meint Unterlerchner: «Ein Jahr ohne HESO könnten wir verkraften.»

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Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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