Ganz passend ist der Name, den sich die «Zirkustheater-Compagnie Tarkabarka» gegeben hat. Denn «Tarkabarka» ist ungarisch und bedeutet ins Deutsche übersetzt so viel wie kunterbunt. Kunterbunt gehalten ist auch das Programm mit dem Namen «Kabuff», welches das Künstlerpaar am Freitag-, Samstag- und Sonntagabend auf dem Kreuzackerplatz dargeboten hat.

Trotz des Gewitters am späteren Nachmittag fanden sich am frühen Samstagabend einige Schaulustige vor der Gewerblich-industriellen Berufsfachschule ein. Auf klappbaren Holzbänken, die in mehreren Reihen vor dem nostalgischen Zirkuswagen des Duos aufgestellt wurden, durften die Besucher Platz nehmen.

Das Wanderzirkus-Projekt des Künstlerpaares Anna-Katharina Kostyál-Büchel und Bálint Kostyál zielt darauf ab, Zirkusatmosphäre auch an Orte mit wenigen kulturellen Anlässen zu bringen. Mit ihrem Zirkuswagen und ihrer Freiluftbühne sind sie unterwegs und ziehen von Frühling bis Herbst durch die Schweiz und Liechtenstein. Ihr Programm soll möglichst vielen Kindern ein erstes Zirkuserlebnis bieten, zu welchem keine fixen Eintrittspreise verlangt werden.

Um 19 Uhr ging es dann los. Auf der kleinen Manege, die direkt vor dem Eingang des Wagens aufgebaut wurde, führte das Paar sein Programm auf. Die Zuschauer erwartete ein buntes Gemisch an Theater-, Clown-, Musik- und Akrobatikeinlagen, die die Künstler auf unterhaltsame Art und Weise kombinierten.

So fing das Programm direkt mit einer Clown-Einlage von Bálint Kostyál an, der ebenso verzweifelt wie auch tollpatschig versuchte, eine endlos lange Schnur aus seinem Anzug zu ziehen, und dafür vom Publikum mit Gelächter belohnt wurde. Zwischen den einzelnen Sketchen, welche zumeist lautlos vorgetragen wurden, untermalte das Paar den Auftritt mit musikalischen Einlagen auf dem Akkordeon und der Piccoloflöte.

Passanten wurden zu Besuchern

Die Vorstellung blieb auch bei den vorbeiziehenden Passanten nicht unbemerkt. Vielmals war zu beobachten, wie der eine oder andere Fussgänger langsam an der Kulisse vorbeischlenderte oder gar ganz stehen blieb. Da das Paar auf einen festen Eintrittspreis verzichtet und nur mittels Hutkollekte am Ende der Vorstellung Einnahmen generiert, konnte sich jedermann zum Publikum hinzugesellen. So war es denn auch, dass sich die Zahl des Publikums während der Vorstellung stark vergrösserte und schnell nicht mehr alle einen Sitzplatz hatten.

Zur Freude der Kleinsten unter den Zuschauern holte das Paar während eines Sketches auch seinen Hund auf die Bühne. Dieser blieb aber keineswegs nur Anschauungsobjekt. Vielmehr lieferte er sich nebst dem Vorführen einiger Kunststückchen auch eine amüsante Verfolgungsjagd mit Bálint Kostyál und fügte sich gekonnt in die Szenerie ein.

Grosses Können

Highlight der Vorstellung war wohl die Showeinlage, als sich das Paar seine Akkordeons auf den Rücken schnallte, sich umarmte und dann beide im Duett anfingen, mit dem Instrument auf dem Rücken des jeweils anderen zu spielen. Dieses technisch wohl nicht einfach umsetzbare Ständchen gefiel dem Publikum sichtlich, was auch mit dem lautesten Applaus des Abends belohnt wurde. Das überraschend umfangreiche Zirkuserlebnis wurde vom Publikum honoriert. Das Klimpern der in den Hut fallenden Münzen hörte kaum mehr auf.
Bereits heute Montag bricht der Wanderzirkus seine Zelte in Solothurn wieder ab und geht weiter seines Weges. Der nächste Auftritt des Paares wird in Baden stattfinden.